
08.02.2010: Kraft setzt auf Datenanalyse für optimale und gleichbleibende Produktqualität
Software für guten Geschmack
Kraft stellt Produkte mit hohem Wiedererkennungswert her. Aus diesem Grund muss das Unternehmen dafür sorgen, dass seine Produkte immer mit gleichem Geschmack und Geruch, mit gleicher Konsistenz und Farbe aufwarten, sodass der Käufer keine unliebsamen Überraschungen erlebt. Darum testet Kraft seine Nahrungsmittel während des gesamten Herstellungsprozesses: Sie werden „gemessen“ – Geschmack, Farbe und andere Produkteigenschaften erhalten Zahlenwerte.
Auf Basis dieser Kennzahlen ermittelt eine spezielle Softwarelösung, wo und warum es zu unerwünschten Abweichungen im Herstellungsprozess gekommen ist. Die Lösung signalisiert auch, wann die Qualität nicht stimmt und gezielte Änderungen vorgenommen werden müssen. Darüber hinaus wertet die Software die Ergebnisse sensorischer Tests aus. Um Geschmack und Aussehen der Produkte zu kontrollieren, hat Kraft zwei Business-Analytics-Lösungen von SAS, einem der weltgrößten Softwarehersteller, in den Produktionsprozess integriert. Mit ihrer Hilfe können Produktentwickler und Lebensmitteltechniker bei Kraft Rezepte sicher und zuverlässig bewerten und Kundenpräferenzen prognostizieren. Die Analytics-Lösung unterstützt Kraft außerdem bei der Neu- und Weiterentwicklung der Produkte.
Zum einen wertet die SAS Anwendung die Daten aus den Geschmackstests aus. Zum anderen lassen sich Herstellungsprozesse bewerten und vergleichen. So verhindert Kraft Divergenzen in Misch- und Backprozessen – und Abweichungen von den vorgegebenen Werten für Geschmack, Aussehen oder Konsistenz der Lebensmittel. „Die SAS Software kommt während der gesamten Laufzeit von Produkt- und Geschmackstests zum Einsatz“, erklärt Beth Knapp, Business Systems Managerin bei Kraft. „Von der Auswahl der Zutaten zur Entwicklung von Fragebögen, Versuchsplänen und Umsatz-Reporting: Die Software arbeitet sich durch die komplette Datensammlung. Sie macht versteckte Zusammenhänge sichtbar, identifiziert Muster, die bei einer einfachen Datenauswertung verborgen bleiben, und liefert zuverlässige Ergebnisberichte.“
Geschmacksanalyse mit SAS
„Weich“, „süß“, „knusprig“ und „cremig“: Kraft ordnet diesen Begriffen präzise Definitionen zu. Produkteigenschaften werden in Zahlen übersetzt. Die standardisierten Produktinformationen speisen die Kraft-Mitarbeiter in eine Datenbank namens SENECA ein. Mit SENECA, kurz für Sensory and Experimental Collection Application, kann Kraft die sensorischen Daten besser auswerten als in der Vergangenheit. „Zu SENECA gehört eine Datenbank mit allen Informationen, die man braucht, wenn es um Geschmackstests geht“, sagt Knapp. Dafür fließen die Ergebnisse aus drei unterschiedlichen Testreihen ein:
1. In vergleichenden Tests stellen Lebensmitteltechniker zwei oder mehr Produkte nebeneinander. Geschmack, Aussehen und Farbe eines Kontrollprodukts werden mit anderen verglichen.
2. In deskriptiven Testverfahren untersuchen professionelle Geschmackstester die Nahrungsmittel und bewerten alle Eigenschaften des Testproduktes – von Konsistenz bis Geschmack. Die Tester ordnen den Produkten Definitionen wie „weich“ oder „cremig“ zu. Damit gewinnt Kraft die notwendigen Kennzahlen für jede einzelne Testkategorie. Verbrauchertests ermitteln, wie ein bestimmtes Produkt beim Käufer ankommt.
3. Die Analytics-Lösung greift auf diese gesammelten Daten aus den drei Testverfahren in SENECA zu, um Analysen und Prognosen durchzuführen: Sie erstellt Modelle, historische Zusammenhänge und Trends, basierend auf Verbrauchertests. Dann bewertet sie Produktänderungen, basierend auf unterscheidenden und beschreibenden Tests
Gleichbleibend guter Geschmack Die Verbraucher gehen davon aus, dass jeder Ritz-Cracker und jedes Stück Pizza aus dem Kraft-Sortiment genauso gut schmecken wie die anderen. Deswegen ist es wichtig, Schwankungen im Herstellungsprozess zu vermeiden – um gleichbleibenden Geschmack und Aussehen jedes Kraft-Produkts zu sichern. Schon kleinste Veränderungen im Backprozess können große sensorische Unterschiede verursachen. Mit einer zweiten SAS Lösung überwacht und steuert Kraft die Herstellung seiner Produkte und vermeidet Qualitätsschwankungen. Beth Knapp erklärt dazu: „Es ist wichtig für uns, Qualitätsschwankungen zu vermeiden, weil wir so unseren Ausschuss reduzieren und Nachbesserungen vorbeugen.“ Dafür setzt Kraft nicht zuletzt auf eine Verschlankung der Prozessvielfalt in der Produktion.
Indem man sich auf zentrale, für verschiedene Produkte anwendbare Prozesse konzentriert, lassen sich mehr verkaufbare Kekse, Cracker und andere Nahrungsmittel in der gleichen Zeit fabrizieren. „Und so erreichen wir auch eine höhere Produktqualität“, sagt Knapp und ergänzt: „Das bedeutet: zufriedenere Kunden, die unseren Produkten treu bleiben.“ Die Lösung zur Prozessanalyse von Kraft, in der SAS zum Einsatz kommt, bewertet jeden Schritt im Herstellungsprozess – von den Rezepten über den Keksteig bis hin zu Form und Größe. So lassen sich die Schritte im Produktionsprozess identifizieren, die für Abweichungen verantwortlich sind. Auf diese Weise hilft sie den Verantwortlichen, wo nötig Maßnahmen zur Produktionsverbesserung zu ergreifen. Da die Lösung webfähig ist, können die Verantwortlichen bei Kraft die neue Anwendung überall bedienen. In der Vergangenheit mussten spezialisierte Mitarbeiter der Kraft-Arbeitsgruppe Angewandte Statistik in Nord- und Südamerika herumreisen, um Produktionstests durchzuführen und die Daten für die Prozessoptimierung zu sammeln. Heute können die regionalen Unternehmen ihre eigenen Analysen selbst online erstellen. „Dank der Webfähigkeit der Lösung können wir SAS allen Verantwortlichen bei Kraft zur Verfügung zu stellen“, sagt Knapp. Laut ihrer Aussage hilft die SAS Lösung dem Unternehmen, den Umsatz zu steigen und dabei Kosten zu senken. Knapp betont: „Die Kontrolle der Herstellungsprozesse macht es möglich, in größerem Umfang Kosten einzusparen. Das gilt für jede Einrichtung, die diese Anwendung benutzt.“ SP/TW
www.sas.com/success/kraft.html
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