23.07.2010: Neuheiten von der IFFA 2010
Für Besucher und Aussteller eine lohnende Adresse
Im Mai 2010 fand die Internationale Leitmesse der Fleischwirtschaft IFFA in Frankfurt am Main statt. Die mehr als 58.000 Fachbesucher bekamen Neu- und Weiterentwicklungen in Hülle und Fülle zu sehen. Bei leicht gesunkenen Besucherzahlen ist die Internationalität des Publikums um 12 Prozent gestiegen. Auf Ausstellerseite herrschte allgemeine Zufriedenheit über den hervorragenden Verlauf des Messehighlights.
Große Aufmerksamkeit fand auf der IFFA das e-concept von Multivac. Dahinter verbirgt sich der Prototyp einer Tiefziehverpackungsmaschine, die mindestens 20 Prozent weniger Energie verbraucht als bisherige Maschinentypen. Demnächst wird das e-concept auch auf der Sonderschau „Nachhaltigkeit und CSR“ im Rahmen der „InterMopro, InterCool, InterMeat“ in Düsseldorf, der Sonderschau „Nachhaltigkeit“ der FachPack in Nürnberg und auf dem Salon de l´Emballage in Paris präsentiert. Erreicht wird die Einsparung durch den Ersatz aller pneumatisch betriebenen Baugruppen durch elektrische Antriebstechnologie mit hohem Wirkungsgrad. In der Kombination mit innovativen Form- und Siegelprozessen kann bei e-concept gänzlich auf die sonst notwendige Druckluft- und Kühlwasserversorgung verzichtet werden.
Damit ist die kompakte Tiefziehverpackungsmaschine nicht nur energieeffizient, sondern auch flexibel aufstellbar, weil sie lediglich einen Stromanschluss benötigt. Hinsichtlich der Leistungsfähigkeit soll eine nach dem e-concept gebaute Maschine der äquivalenten Serienmaschine in nichts nachstehen. Auch das bekannte Hygienedesign von Multivac wird ohne Abstriche bei den neuen Maschinen angewendet.
Erste Messeteilnahme sehr erfolgreich
Die SAB Barth GmbH stellte zum ersten Mal ihre Frost- und Kühltechnik sowie Lösungen für den internen Transport auf der IFFA vor. Die Messe verlief für das Unternehmen äußerst zufriedenstellend. Geschäftsführer Walter W. Gaugenmaier: „Wir waren von dem Verlauf der Messe und der hohen Anzahl an Fachbesuchern äußerst überrascht, damit hatten wir nicht unbedingt gerechnet. Die Anfragen und Gespräche, die wir direkt auf der Messe hatten, waren qualitativ sehr hochwertig. Wir hatten den Eindruck, dass die Investitionshemmungen der Vergangenheit angehören. Angesichts der hohen Anfragequalität rechnen wir mit einer Messeerfolgsrate von etwa 15 bis 20 Prozent in den nächsten Monaten.“ Von besonderem Interesse war für die potenziellen Kunden der neuentwickelte Spiralfroster in Kompaktbauweise. Hier sind Anlagen im Tieftemperaturbereich von bis zu minus 55 Grad Celsius realisierbar. Bei der Fördertechnik fanden die Band- und Steilförderer in unterschiedlichen Ausführungsvarianten besonderen Zuspruch, z.B. der Modulgurtförderer und die Kurvenbänder.
Den Kutter neu erfunden
KILIA zeigte erstmalig die neue Kutter-Generation „Supreme Cut“. In einem aufwendigen, zweijährigen Forschungs- und Entwicklungsprojekt wurde der Einsatz des neuen Werkstoffes „ECO 6000“ in der Lebensmittelindustrie ermöglicht. Der neue Hightech-Werkstoff soll dem Kunden zahlreiche Vorteile bieten. Hervorgehoben wird die einmalige Geschwindigkeit von 180 Metern pro Sekunde, was 6.000 Umdrehungen pro Minute entspricht. Möglich wird dies durch die idealen Dämpfungseigenschaften des Materials, die zehn Mal besser sind als beispielsweise bei Edelstahl. Damit ist der Supreme Cut der schnellste Kutter der Welt und darüber hinaus trotz seiner Höchstgeschwindigkeiten auch der Leiseste mit der längsten Lebensdauer. Das eingesetzte Material sowie das Design erleichtern den Reinigungsprozess erheblich.
Optional ist ein patentiertes Reinigungssystem erhältlich. Der neuartige Werkstoff ECO 6000 setzt auch neue Maßstäbe in der Ökobilanz, da aus einem Kilogramm Basismaterial ein Kilogramm Werkstoff wird und der Energieaufwand bei der Herstellung des Werkstoffes im Vergleich zu allen bisher eingesetzten Materialien verschwindend gering ist. Das Kilia Automatisierungskonzept (TIA) bietet mit dem Rezeptmanager (KPS) und dem online-Analysesystem zur Echtzeitermittlung von Eiweiß, Fett, Wasser und BEFE-Bestandteilen einen wesentlichen Beitrag zur kostensparenden Rezeptoptimierung. Die Prozessvisualisierung (KPV) gewährleistet zusätzlich eine manipulationsfreie Dokumentation aller Produktionsabläufe.
Geschwindigkeitsrekord im Rollenwechsel
RFID, Visualisierungslösungen, automatische Packungserkennung mittels Farbscanner, Barcodeprüfgeräte und Softwarelösungen waren viel diskutierte Themen am Stand von Espera. Highlights waren wieder einmal der von Espera entwickelte Mehrrollendrucker, der bis zu fünf verschiedene Etiketten ohne Rollenwechsel und ohne zusätzliche Artikelwechselzeiten aufbringen kann sowie der neu entwickelte C-Labeller zur dreiseitigen Etikettierung. Die Packungskennzeichnung über drei Seiten, die ursprünglich überwiegend in Großbritannien vorkam, stößt aufgrund der vielen Möglichkeiten zur Packungspräsentation wie auch wegen der großen Informations- bzw. Werbefläche auf immer größeres Interesse weltweit.
Maschinen für das Aufbringen von Etiketten von oben und unten sowie die Rundumkennzeichnung von Konserven, wie auch Print & Apply Systeme und Drucketikettieranlagen mit Großwaagen rundeten das Bild ab. Jeden Tag wurde in einem Wettbewerb derjenige prämiert, der am schnellsten eine Bonrolle auflegen konnte. Der absolute IFFA-Rekord lag bei 6,830 Sekunden.
Maßgeschneiderte Produktwelten
Wiberg präsentierte sein Komplettangebot, jetzt unterteilt in die Produktwelten Deluxe, Professional und Functional, noch übersichtlicher. Ob handwerklich ausgerichtete Metzgerei oder großer Industriebetrieb: Der Kunde erhält maßgeschneiderte Produkte für unterschiedlichste technologische Anforderungen. Von Genusskonzepten für exklusive Feinkostbetriebe bis zu effizienten Wirkstoffkombinationen für die industrielle Fleischwarenproduktion reichte die Bandbreite an trendorientierten Produkten.
Das Deluxe Sortiment enthält ausschließlich hochwertige und naturbelassene Würzungen, die gepaart mit erstklassigen Fleischrohstoffen einen Genuss der Extraklasse kreieren sollen. Das Professional Sortiment umfasst ein Komplettangebot an hochwertigen Würzungen, Wirkstoffen, Combis und Wursthüllen und bedient regionaltypische Geschmäcker ebenso wie aktuelle Ernährungstrends und ist perfekt auf die Bedürfnisse der handwerklichen Lebensmittelproduktion abgestimmt. Die sichere Herstellung salzreduzierter Fleisch- und Wurstwaren gelingt mit den Spezialprodukten der Natrivit Range. Der Salzersatz gewährleistet die gewohnte technologische Funktion.
Der runde Geschmack von Schinken- und Wurstprodukten bleibt dabei erhalten. Industriell agierende Fleischwarenhersteller werden das passende Produkt für ihre Fertigung vor allem im Functional Sortiment finden. Ein günstiger, schneller und effizienter Produktionsprozess steht hier im Fokus. So ermöglicht „Rovolution“ die Rohwurstherstellung ohne Klimakammer, ohne Räuchern und ohne Gewichtsverlust. Möglich wird das durch ein zum Patent angemeldetes Reifesystem.
Mehr Leistung für weniger Geld
Die Rühle GmbH hat sechs neue Maschinen mit dem Ziel entwickelt, mehr Maschine für weniger Geld zu bieten. So wurde eine neue Tumblergeneration auf den Weg gebracht die schneller und effizienter arbeitet. Gezeigt wurden Maschinen der 400-, der 900- und der 1.500 Liter-Klasse. Auch beim Pökeln wurde der gleiche Weg eingeschlagen. Die größte Maschine, die 7.000 kg/h pökelt, ist kompakter geworden, hat aber in ihrer Funktionalität noch Einiges hinzu gewonnen. Sie hat 112 Nadeln, einen Lakemischer und eine Lakeaufbereitung bereits serienmäßig an Bord und bietet eine herausragende Dauerlaufsicherheit und Präzision. Eine völlig neu entwickelte Maschine bedient nun auch den Handwerksbetrieb. Hier genügen 15 Nadeln um auf kleinster Fläche echtes High-Tech-Pökeln zu realisieren. An den etwas größeren Handwerksbetrieb richtet sich Rühle mit der neuen Schneidemaschine. Am sogenannten „Würfler“ wurde zu einem Preis, der dem einer kleinen Handwerksmaschine entspricht, alles automatisiert, was sinnvoll erschien.
Punktgenauer Transport für die Produktion
Habasit präsentierte sein Transportband- und Zahnriemen-Portfolio für die Lebensmittelindustrie. Im Fokus des Auftritts stand das Thema Hygieneanforderungen. Unter diesem Aspekt wurden auch die Zahnriemen der Serie HabaSYNC ausgestellt. Die hochwertigen Antriebsriemen erlauben eine präzise Synchronisierung sowie eine genaue Platzierung von Gütern in Abfülllinien oder Verpackungsanlagen, sie kommen aber auch für alle Transportaufgaben im innerbetrieblichen Materialfluss zum Einsatz. Besonders wichtig ist hier, dass die zu verarbeitenden Produkte, zum Beispiel Wurst- oder Käserohlinge, exakt transportiert und positioniert werden.
Je nach Einsatzbereich sind unter anderem Beschichtungen mit Elastomer, PVC, TPU, PET, Moosgummi oder Polyamid realisierbar, die verschiedene Eigenschaften aufweisen. Die Beschichtungsmaterialien der Transportbänder können auch auf die Zahnriemen dupliziert werden. Die HabaSYNC-Produkte werden aus hoch abriebfestem, thermoplastischem Polyurethan gefertigt. Sie zeichnen sich durch hohe chemische Beständigkeit, langsame Alterung und ihre Langlebigkeit aus und sind außerdem sehr resistent gegen Öl- und Ozoneinflüsse. Die Enden der Zahnriemen werden bei Bedarf per Heiß-Press-Verfahren zu Endlosbändern verschweißt. Bei linearen Anwendungen, in denen sich das Band in zwei Richtungen bewegt, ohne über eine Umlenkrolle zu laufen, können die Enden auch mit einer Klemmplatte verbunden werden.
Hightech in der Wursthülle
Auch CaseTech zieht eine positive Bilanz für die IFFA 2010. Am Stand des Herstellers hochwertiger Wursthüllen wurden nicht nur die Neuheiten nachgefragt, zu denen eine Vielzahl von Bemusterungen vereinbart wurde. Ebenso begehrt war der Walsroder Kranz. An der wieder ins Programm aufgenommenen Hülle für das Handwerk zeigte sich insbesondere der Handel interessiert. Sie eignet sich perfekt für die Herstellung aller erdenklichen Sorten von Brüh- und Kochwurst sowie frischem Zwiebelmett. Die universell einsetzbare Spezialhülle ist für den Handwerker in Form abgebundener Ware als Hörnchen, Halb- oder Vollkranz erhältlich.
Für den Industriebetrieb ist die Wursthülle mit Lauflängen von bis zu 125 Metern gerafft verfügbar. Die Neuheit „Walsroder CLS Coated Liquid Smoke“ ist eine neuartige Wursthülle mit innen liegender Rauchbeschichtung. Die Hülle verspricht einen herzhaften Rauchgeschmack auch ohne traditionelles Räucherverfahren. Eine weitere Neuheit ist „Walsroder CC Coated Colour“, eine Wursthülle mit innen liegender Farbbeschichtung. Mit dem „Walsroder K smok Kranz“ präsentiert das Unternehmen eine neuartige Polymerhülle, die den Rauch „durchlässt“ und die Frische bewahrt. Dank Verwendung atmungsaktiver Rohstoffe bleibt die Wurst einige Wochen streichzart und die Hülle prall und faltenfrei. Das verleiht den Wurstwaren ein appetitliches Aussehen.
Stark anhaftende Produkte verwiegen
Multipond zeigte seine Lösung zum vollautomatischen Verwiegen klebriger Produkte wie frisches oder mariniertes Fleisch, Geflügel und Fisch. Die patentierte Innovation des Spezialisten für Mehrkopfwaagen bietet eine produktschonende und leicht zu reinigende Automatisierungslösung für diese schwierige Aufgabe.
Basierend auf einem speziellen Oberflächenprofil des Verteiltellers und der radial angeordneten Dosierrinnen werden die Produktfördereigenschaften der Waage wesentlich verbessert. Bei manchen sehr schwer zu fördernden Produkten wird eine kontrollierte Förderung dadurch überhaupt erst möglich. Das Stufenprofil minimiert die Kontaktfläche zwischen Produkt und Rinnen- bzw. Verteiltelleroberfläche, was zu geringeren Produktanhaftungen führt. So wird das Produkt, abgesehen von der üblichen Vibration der Dosierrinnen, keinen zusätzlichen mechanischen Einflüssen ausgesetzt.
Aufgrund der Tatsache, dass keine weiteren Zusatzeinrichtungen zur Produktförderung benötigt werden, wird die Lösung gleichzeitig den sehr hohen Hygieneanforderungen im Lebensmittelbereich gerecht. Sowohl Verteilteller als auch Vibrationsrinnen folgen hinsichtlich Aufbau und Zugänglichkeit dem Konzept einer regulären Mehrkopfwaage und sind zusätzlich lediglich mit einer patentierten Oberflächenstruktur versehen. Alle produktführenden Teile können wie gewohnt schnell und ohne Werkzeug zur Reinigung und Wartung entnommen werden.
So natürlich wie möglich
Neben den klassischen Produkten wie Gewürzmischungen und Marinaden stellte Gewürzmüller ein Bausteinsystem für Clean-Label-Produkte sowie ein natürliches Antioxidans aus Oregano vor. „Pure Taste“ steht für reinen Geschmack ohne deklarationspflichtige Zusatzstoffe. Mit diesem Bausteinsystem kombiniert Gewürzmüller Würzmischung, Fleischkultur und Produktionsverfahren jeweils auf das Endprodukt abgestimmt. Wo auf Additive nicht gänzlich verzichtet werden kann, werden diese auf ein Minimum reduziert. So kann durch Gewürze, Frucht- und Gemüseextrakte und andere Zutaten wie Hefen ein natürliches, rundes Geschmacksprofil erzielt werden.
Genau darauf zugeschnitten werden dann jeweils die Fleischkulturen, die sich aus Mikroorganismen in einem exakt definierten Verhältnis zusammensetzen und so für eine optimale Farbausbildung sorgen. Das System eignet sich für traditionelle Fleischerzeugnisse wie Kochschinken, Brühwürste und Rohwürste auf Kochsalzbasis. Auch im Convenience-Bereich setzt Gewürzmüller auf „saubere“ Rezepturen. Die Saucen und Dips der Piccantos-Reihe werden nach handwerklichen Rezepturen im industriellen Maßstab produziert. So können Industrie und Handwerksbetriebe, aber auch Gastronomie und Hotellerie von kreativen Saucen profitieren, die wie hausgemacht schmecken und dabei keinerlei Konservierungsstoffe enthalten.
Für längere Haltbarkeit auf natürlichem Weg sorgt Origanox, ein Oregano-Extrakt mit hohem Phenolanteil und antioxidativen Eigenschaften. Es verzögert die Fettoxidation und verstärkt die antimikrobielle Aktivität. In Fleisch- und Fischprodukten sorgt es dafür, dass Fett über einen langen Zeitraum nicht ranzig wird, es hemmt die Bildung von Toxinen wie Peroxiden und Malonaldehyden. Außerdem stabilisiert es in vielen Produkten Farbe und Geschmack und wirkt dem Texturabbau entgegen. Der wasserlösliche pulverförmige Extrakt kann in anwendungsspezifischen Varianten auch in Getränken, Saucen, Cerealien, Backwaren und Snacks eingesetzt werden. Origanox ist geschmacksneutral und hitzestabil. ct
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TITELTHEMA: Automatisierung
Erstmals auf der Drinktec 2009 präsentiert und bereits produktiv im Einsatz: die neue Getränke-Abfülltechnik von Sipa Berchi. Diese entstand in enger Zusammenarbeit mit Siemens auf Basis einer PC-basierten Automatisierungslösung.
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Eine Entwicklung von GE Intelligent Platforms, ist die Visualisierungssoftware Proficy Pulse, mit der sich Echtzeitsituationen und historische Daten anzeigen, analysieren und korrelieren lassen. Sie liefert Daten zur gemeinsamen Nutzung über das Internet.
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