
01.10.2009: Branchensoftware mit Chargenführung
Die Überwachung der Kühlkette voll integriert
Tiefkühlkost darf bis zum Verkauf eine bestimmte Höchsttemperatur nicht überschreiten. Das müssen Hersteller, Spediteur und Händler lückenlos dokumentieren. Eine branchenspezifische Unternehmenssoftware mit integrierter Chargenführung liefert dafür die technologische Unterstützung.
Für Hersteller von Tiefkühlprodukten ist die Logistik ein neuralgischer Punkt: Die zulässige Temperatur von minus 18 Grad Celsius darf nicht überschritten werden. Das schreibt die „Verordnung über tiefgefrorene Lebensmittel“, kurz TLMV, vor. Danach sind Abweichungen nur in Ausnahmefällen erlaubt, ansonsten muss die Temperatur über die gesamte Logistikkette hinweg eingehalten werden: von der Herstellung über den Transport und die Auslieferung an den Einzelhandel (LEH) bis zum Verkauf an den Konsumenten. Der Produzent ist für die Einhaltung bis zur Übergabe an die Spedition zuständig. Die liefert die Ware in Tiefkühl-Lkws an den Händler und muss während des Transports ebenfalls die Temperatur mit genormten Messgeräten aufzeichnen, genauso wie der LEH in seinen Kühlregalen und -truhen.Über alle Stufen hinweg dokumentiert
Angesichts der langen Logistikkette kommt es natürlich immer wieder zu Verstößen. Sei es durch hohe Außentemperaturen, sei es durch eine unbemerkt defekte Kühlanlage. Im „Jahrhundertsommer“ 2003 beispielsweise hatten viele Speditionen Probleme, die TLMV einzuhalten. Immer wieder mussten Waren aus dem Verkehr gezogen werden. Ein effizientes System zur Überwachung der Kühlkette, bei dem die Temperatur an installierten Kontrollpunkten regelmäßig gemessen und aufgezeichnet wird, ist deshalb unerlässlich. Unterstützung dabei bietet eine betriebswirtschaftliche Unternehmenssoftware (ERP) speziell für die Lebensmittelbranche. Weil mit ihr Chargen bis auf die unterste Ebene durchgehend erfasst und dokumentiert werden, eignet sie sich auch für die Überwachung der Kühlkette. Man braucht nur die Temperatur im System zu erfassen. Das System ordnet die Messwerte der jeweiligen Charge zu und führt sie in der gesamten Produktion und Lagerung automatisch mit. Auf diese Weise lässt sich anhand der Chargennummer über alle Stufen hinweg nachvollziehen, welche Temperatur die Ware zu welchem Zeitpunkt hatte. Ein Mausklick genügt. In Schadensfällen und bei Rückrufaktionen lässt sich damit auch die Fehlerquelle rasch lokalisieren: Wo und wann wurde der zulässige Wert überschritten? Wurde möglicherweise an einem Punkt gar nicht oder nur unregelmäßig aufgezeichnet?
Messewerte mit EAN 128 und NVE verknüpft
Eine Branchensoftware hat den Vorteil, dass für die Messung kein externes Labor-Informations-Management-System (LIMS) erforderlich ist. Die Prüfgeräte werden direkt angebunden und die Messwerte in die ERP-Lösung übernommen. Ebenso beim Verlassen des Hauses. Die Temperatur wird zum Zeitpunkt der Übergabe an den Spediteur gemessen, beispielsweise auf der Rampe, und protokolliert. Anschließend geht die Verantwortung auf den Lieferanten über. Der Hersteller kann später überprüfen, ob die Temperatur auch während des Transports eingehalten wurde. Grundlage dafür sind der EAN 128-Strichcode und die Nummer der Versandeinheit (NVE), die der Hersteller erzeugt und denen die jeweiligen Chargen zugeordnet sind. Auf diese Standards beziehen sich Hersteller, Spediteur und Handel in ihrer Kommunikation untereinander. Über sie lässt sich der aktuelle Status jeder Sendung per Tracking and Tracing abfragen und letztlich auch die Einhaltung der Kühltemperatur durch die Partner.
Kosten sparen mit EDV-Unterstützung
Ein Blick auf die IT-Situation in der Tiefkühlindustrie zeigt, wie wichtig eine integrierte ERP-Software ist. In vielen Unternehmen fehlt sie schlichtweg, was die Chargendokumentation erschwert. Hier sind in der Produktion, im Lagerwesen und in anderen Bereichen unterschiedliche Softwarelösungen im Einsatz, die nicht miteinander verknüpft sind. Teilweise wird sogar noch mit Papier gearbeitet. Wenn aber die Daten, also auch die gemessenen Temperaturen, nicht durchgängig elektronisch erfasst und verarbeitet werden, fehlen sie im Chargenprotokoll. Fragen bleiben offen. Was passiert beispielsweise in der Zeit zwischen Fertigung und Frosten? Oder zwischen Gefrieren und Einlagerung? In jedem einzelnen System wäre zu prüfen, ob ein Fehler aufgetreten ist. Im Ernstfall, wenn die Ursache für verdorbene Ware schnell gefunden werden muss, eine recht mühselige Angelegenheit. Nicht so bei einer ERP-Software. Hier sind die Informationen zur Temperatur lückenlos im Chargenprotokoll enthalten. Mit einem Mausklick lässt es sich auf jeder Verarbeitungsstufe in Minuten generieren.
Doch die Branche beginnt umzudenken. Unter dem Druck, weiter Kosten zu reduzieren, ist die Optimierung der IT eine attraktive Möglichkeit. Zudem steigt die Nachfrage nach Convenience- und Tiefkühlprodukten und damit das Auftragsvolumen. Wer wollte da noch mit Medienbrüchen in der IT arbeiten, die eine Rückverfolgbarkeit behindern? Zumal sich mit einer ERP-Software auch der Datenaustausch mit den Lieferanten und den Händlern verbessern lässt. EDI-fähig sind die meisten Branchenlösungen ohnehin bereits und manche, beispielsweise Foodsprint von der cormeta AG, werden bereits RFID-fähig gemacht. Wann sich die Radio Frequency Identification als Standard durchsetzt, ist noch offen, dass sie es tun wird, ist für cormeta aber gewiss.
Branchensoftware besitzt also viele Vorzüge, auch für die Kostenträgerrechnung. Ohne großen Aufwand lassen sich die Herstellkosten eines Fertigprodukts lieferantenbezogen für jede beliebige Notierung ermitteln. Sowohl die fixen Bearbeitungs- und Rohstoffkosten als auch die tagesaktuellen Notierungen des Weltmarktes sind im System hinterlegt. Die volatilen Rohstoffpreise können per Virtual Private Network (VPN) eingespielt werden. Wenn beispielsweise ein Kakaoartikel zu einer bestimmten Basisnotierung und anschließend zu einer höheren oder niedrigeren Notierung kalkuliert wird, errechnet die Software in Sekundenschnelle die neuen Kosten und die sich daraus ergebende Differenz. Dahinter steht ein automatischer Workflow, so dass nicht immer die komplette Kalkulation neu gestartet werden muss. Die systemgesteuerte Kalkulation selbst erfolgt derart, dass der gesamte Kostenblock auf einen Blick ersichtlich ist. TW
www.cormeta.de
01.10.2009:Geld aus Bits & Bytes
Nicht mehr benötigte Software verkaufen
Nahezu jedes Unternehmen besitzt deutlich mehr Software, als es tatsächlich benötigt. Egal ob es sich um einen Überschuss aktueller Software handelt oder um ältere Versionen, die nicht mehr eingesetzt werden: Die Nutzungsrechte stellen einen erheblichen Vermögenswert dar, der ungenutzt in den Regalen verstaubt. Dieses gebundene Kapital können Unternehmen heute über den Software-Gebrauchtmarkt schnell und einfach wieder in liquide Mittel umwandeln.
Der Handel mit Gebrauchtsoftware hat sich in den vergangenen Jahren zu einer festen Größe entwickelt. Allein usedSoft, ein führender Anbieter von gebrauchter Software aus allen Anwendungsbereichen, zählt europaweit inzwischen rund 1.600 Kunden. Doch immer noch ist vielen Unternehmen und auch Behörden nicht bewusst, welche Schätze sich auf ihrenServern, Festplatten oder in ihren Aktenschränken verbergen. „Bei fast jedem Unternehmen, das sich zum Lizenzverkauf an uns wendet, finden wir noch weit mehr Nutzungsrechte, von denen niemand mehr etwas geahnt hatte“, berichtet dann auch Reiner Hirschberg, Experte für Lizenzmanagement bei usedSoft.
Tatsächlich ist die so genannte Überlizenzierung eher die Regel denn die Ausnahme. So sind laut einer Gartner-Studie insgesamt 80 Prozent aller Unternehmen überlizenziert. Die Ursachen für die Existenz überflüssiger Nutzungsrechte sind vielfältig: So verlangen die Softwarehersteller bisweilen eine Mindestabnahme ihrer Produkte, die die Anzahl der benötigten Lizenzen zum Teil weit übersteigt. Oder ein Unternehmen kauft in optimistischer Erwartung mehr Lizenzen ein als tatsächlich benötigt, um einen höheren Rabatt zu erzielen. Weitere Ursachen sind Mitarbeiter-Fluktuationen, die Ausgliederung nicht mehr rentabler Geschäftsbereiche oder auch Insolvenzen.
Die Vorteile, die der Verkauf überschüssiger Software bietet, erkennen aktuellen Studien zufolge immer mehr Unternehmen für sich. „Die Neigung zur Veräußerung von Anlagevermögen im Bereich Softwarelizenzen wird sich in den kommenden Jahren stark ausweiten“, prognostiziert Axel Oppermann vom renommierten Marktforschungsunternehmen Experton Group. „Über den Verkauf lässt sich aber nicht nur der Cashflow verbessern, auch die Betriebskosten lassen sich senken“, ergänzt Hirschberg. Denn auch für ungenutzte Lizenzen fallen Wartungskosten an: Jahr für Jahr schlagen diese mit 15 bis 25 Prozent des Einkaufspreises zu Buche. Die Kosteneinsparungen durch den Verkauf der Software sind immens. TW
www.usedsoft.com
Schwerpunkt 'Software' (Teil 2): Lesen Sie hier weiter...
TITELTHEMA: Automatisierung
Erstmals auf der Drinktec 2009 präsentiert und bereits produktiv im Einsatz: die neue Getränke-Abfülltechnik von Sipa Berchi. Diese entstand in enger Zusammenarbeit mit Siemens auf Basis einer PC-basierten Automatisierungslösung.
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Eine Entwicklung von GE Intelligent Platforms, ist die Visualisierungssoftware Proficy Pulse, mit der sich Echtzeitsituationen und historische Daten anzeigen, analysieren und korrelieren lassen. Sie liefert Daten zur gemeinsamen Nutzung über das Internet.
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