
15.12.2009: Tracking und Tracing bei Tiefkühlwaren
Lückenlos und effizient: Das Detail steckt im Etikett
Systemgastronomie - in diesem Geschäft ist klar, dass der Qualitätssicherung eine ganz besondere Bedeutung zukommt. Für ein hoch spezialisiertes Logistikunternehmen wie die HAVI Logistics GmbH, die unter anderem sämtliche europäischen Restaurants des vermutlich bekanntesten Burger-Konzerns der Welt mehrmals wöchentlich mit Food- und Non-Food-Artikeln beliefert, ist sie daher ein zwingendes Muss.
Um ein lückenloses Tracking und Tracing, die komplette Verfolgung der Ware vom Wareneingang bis hin zur Filiale, zu gewährleisten, wird die Ware bei HAVI Logistics digital erfasst und alle relevanten Informationen werden auf einem Barcode-Label hinterlegt. Da man durchgängig nur einen Etikettentyp einsetzen wollte, bedurfte es eines Labels, das in allen drei bei HAVI Logistics vorkommenden Lagerbereichen zuverlässig hält. Zudem sollten die Barcode-Etiketten wieder
rückstandslos ablösbar sein, da sie zum Teil auch auf Mehrwegbehälter geklebt werden. Mit dem Neusser Systemintegrator Rodata GmbH fand man schließlich die passende Lösung und den passenden Partner für das Spezialetikett. Die HAVI Logistics GmbH mit Hauptsitz in Duisburg verfügt über 43 Distributionszentren in 26 Ländern, 4.799 Mitarbeiter, eine Fahrzeugflotte mit 567 Lkw und einen Umsatz von 3,3 Milliarden Euro. Damit zählt das Unternehmen zu den Größten seiner Branche. HAVI Logistics bietet den Franchisenehmern seines Systemgastronomie-Großkunden ein voll integriertes System, um alle Food- und Non-Food-Artikel zentral einzukaufen. HAVI kauft auf eigene Rechnung bei den Markenlieferanten und verkauft die Ware dann an die einzelnen McDonald’s-Restaurants weiter, die mit eigenen Lkw beliefert werden. „Unser Geld verdienen wir klassisch mit Logistikdienstleistungen. Allein 2008 haben wir 2,1 Millionen Tonnen Ware ausgeliefert“, sagt Gerold Wichern, Senior Manager Transport Deutschland am Hauptsitz in Duisburg. Und an eben diese Logistikdienstleistungen richtet der Kunde höchste Ansprüche: gleich bleibend hohe Qualität der eingekauften Ware, termingenaue Lieferung und Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften bezüglich Hygienestandards und Lebensmittelsicherheit.
Die Mitarbeiter in allen europäischen Distributionszentren kommissionieren für ihre Kunden in drei Temperaturzonen: im Trockenlager, in dem bei 5 bis 25 Grad Celsius zum Beispiel Verpackungsmaterialien oder Promotionartikel aufbewahrt werden; im Frischelager, in dem in einem Temperaturbereich von 1 bis 3 Grad Celsius beispielsweise frisch geernteter Salat zwischengelagert wird; und schließlich im Tiefkühllager mit Temperaturen bis zu -23 Grad Celsius, in dem Hamburgerfrikadellen oder Hähnchen-Nuggets tiefgekühlt vorgehalten werden. Den Temperaturschwankungen um bis zu 40 Grad Celsius hielten die meisten Etiketten, die HAVI Logistics während der Pilotphase auf die Behälter und Paletten klebte, schlichtweg nicht stand. Was bei Plusgraden noch zuverlässig hielt, löste sich ab, sobald das Thermometer unter Null sank oder umgekehrt. „Die wenigen Barcodeaufkleber bei denen dieses Problem nicht auftrat ließen sich dafür nicht rückstandsfrei ablösen“, so Wichern. Doch genau das war Voraussetzung im Hinblick auf die Mehrfachverwendung einiger Behälter. Man schien vor einem echten Problem zu stehen, das sich aber letztlich als überwindbar herausstellte.
Hervorragende Verfügbarkeit gesichert„Für das Unternehmen, das uns früher mit den Spezialetiketten versorgt hat, war diese Aufgabe nicht Teil des Kerngeschäfts. Entsprechend wenig zufriedenstellend war die Servicequalität“, erläutert Wichern. 2008 hat er sich mit seinem Team daher auf die Suche nach einem neuen Lieferanten gemacht und schließlich in Rodata den richtigen Partner gefunden. Der herstellerunabhängige Systemintegrator, dessen Produktportfolio die gesamte Hardwarepalette im Mobile Computing und der Automatic Identification umfasst, ist damit auch spezialisierter Ansprechpartner für den Themenbereich Drucker und Etiketten und konnte eine adäquate Lösung vorstellen. Zudem überzeugten auch Preis und Lieferqualität. Letztere ist gerade bei einem Etikettenvolumen in Millionenhöhe ein besonders wichtiges Kriterium. Die ausreichende Verfügbarkeit des Etikettenmaterials ist seitens Rodata garantiert. Alle zwei Monate geht eine Lkw-Lieferung mit Etikettenrollen nach Duisburg. Von dort werden sie an alle Distributionszentren in ganz Europa weiter verteilt.
Vor Ort temperaturunabhängig druckenDie rechtlichen Vorschriften wie die 2005 in Kraft getretene EU-Verordnung zur lückenlosen Rückverfolgbarkeit von Lebensmitteln und weitere Regelungen, z.B. die Richtlinie für Food Contact Material sowie die beschlossene Spielzeugverordnung ließen das Unternehmen bereits in den Jahren 2003 und 2004 auf Auto-ID und beleglose Kommissionierung umsteigen. Seit 2005 sind die Mitarbeiter im Lager mit mobilen Terminals ausgerüstet und jedeLieferung trägt ein Barcode-Label. Damit werden die einzelnen Kommissionieraufträge drahtlos vergeben und abgearbeitet. Ist ein Auftrag abgeschlossen, werden die Auftragsdaten barcodetechnisch aufbereitet und direkt an einenDrucker übertragen, auf dem dann das entsprechende Etikett ausgedruckt wird. Bei der Druckerauswahl wurde das Unternehmen im Sortiment des Druckerherstellers Intermec fündig. Der Hersteller punktete nicht nur aufgrund hoherProduktqualität, sondern auch wegen seines Druckkopfaustauschprogramms. Da HAVI auch die Etiketten über Intermec bezieht, gewährleistet der Hersteller im Rahmen dieses Programms den kostenlosen Austausch des Druckkopfes jedes Druckers über die gesamte Lebensdauer hinweg. Die insgesamt 127 Hochleistungs-Thermotransferdrucker vom Typ Intermec PX6i sind derzeit an verschiedenen Stellen in 29 der 43 europäischenDistributionszentren im Einsatz. Unter anderem auch im Tiefkühlbereich, wo sie in beheizten Spezialschränken untergebracht sind und funktechnisch ihre Daten problemlos über ein WPA2-verschlüsseltes WLAN bekommen. „Die Alternative wäre gewesen, dass wir die Drucker in wärmeren Bereichen aufstellen. Dann hätten wir aber zum einen durch die eigentlich unnötigen Wege mehr Zeit für das Kommissionieren benötigt und zum anderen die Handheld-Terminals, mit denen wir die Warenströme im Lager verwalten, ständigen Temperaturwechseln ausgesetzt“, so der Logistikexperte. Mit der Sonderlösung können heute die Barcode-Labels an Ort und Stelle gedruckt werden, unabhängig vom Temperaturbereich.
Dreijahresvertrag über 16,5 Millionen EtikettenVon der Zusammenarbeit mit Rodata zeigt sich der Senior Manager begeistert: „Wir geben die hohen Anforderungen unserer Kunden an unsere Lieferanten weiter. Rodata hat sich zwar von Anfang an bewährt, musste sich aber dennoch ständig mit den Wettbewerbern messen lassen. Da wir aber niemanden gefunden haben, der uns in Preis und Leistung, Umgang und Betreuung so überzeugt hat, hatten wir auch keine Schwierigkeiten, uns längerfristig zu binden“, erklärt Wichern. Aus dem ursprünglich auf ein Jahr befristeten Etikettenkontrakt ist ein Dreijahresvertrag mit einem Gesamtvolumen von 16,5 Millionen Etiketten geworden, Tendenz steigend. „Das bedeutet vereinbarte und stabile Preise für den gesamten Zeitraum und damit eine erhöhte Planungssicherheit für HAVI Logistics“, fügt Andreas Soltysiak, Vertriebsmitarbeiter bei Rodata, hinzu. Zudem kümmern sich die Neusser auch um die Lieferung der Farbbänder sowie um Neu- und Ersatzbeschaffungen im Hardwarebereich.
Mit Auto-ID gegen fehlende SesamkörnerDie Barcodeidentifizierung wird bei HAVI auch in Zukunft das ID-Medium erster Wahl sein. „Für die Qualitätssicherung ist die Auto-ID-Technik schon ein großer Gewinn“, räumt Wichern ein. Die Rückverfolgbarkeit ist einfacher und fehlerhafte Chargen lassen sich per Knopfdruck blocken. „Qualitätsfehler sind bei uns zum Beispiel auch zu wenig Sesamkörner auf dem Burger-Brötchen, also rein optische Mängel“, erläutert der Logistikexperte. Dass Ware gesperrt wurde, weil sie zum Verzehr ungeeignet war, ist bei HAVI Logistics noch nicht vorgekommen. In Zukunft wollen die beiden Logistikpartner Rodata weiterhin eng zusammenarbeiten. Wichern freut sich auf neue Impulse und Ideen: „Wir sehen in Rodata mehr als einen Hardwarelieferanten. Genau so, wie wir mehr sind als ein reines Logistikunternehmen.“ ct
www.intermec.com
www.rodata.de
www.havi-logistics.com
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