Modernes Hochregallager sorgt bei Vitaqua für transparente Auftragsfertigung

Warehousing für optimale Warenflüsse

Mit einem Hochregallager (HRL) als Erweiterungsbau sowie neu konzipierten Materialflüssen nebst entsprechender Fördertechnikausstattung und Anbindung einer vorhandenen Elektrohängebahn (EHB) hat SSI Schäfer die Intralogistik beim Getränkehersteller Vitaqua bei laufendem Betrieb auf den aktuellen Stand der Technik gebracht. Und nicht nur das: Auch die Kapazitäten sowie die Effizienz der Anlage wurden deutlich gesteigert. Die Basis dafür ist eine Logistiksoftware, die sämtliche Prozesse im Lager steuert und optimiert.

An sechs Produktionslinien füllt Vitaqua in Breuna die Mischgetränke und verschiedene Mineralwassersorten in Halb- und Eineinhalb-Liter-PET-Flaschen ab. 2007 hatte das Unternehmen auf dem 24 Hektar großen Grundstück die Produktion und Lagerung von Mineralwasser, Limonaden und Obstschorlen aufgenommen. Bis 2010 wurde die Anlage kontinuierlich räumlich erweitert und die Produktion gesteigert. Zwischen dem Lagerkomplex und der Produktion sorgt eine EHB für automatisierte, interne Transporte. Das angebundene automatisierte Bestandslager bietet in seinen 18 Gassen gut 51.000 Palettenstellplätze für die einfachtiefe Lagerung von Fertigprodukten, Roh- und Betriebsstoffen „Da wir das Sortiment in Breuna vergrößert hatten, benötigten wir 50 Prozent mehr Lagerkapazität und optimierte Warenflüsse“, erklärt Vitaqua-Werksleiter und -Prokurist Ronald Göring.

Zwischen Hochregallager und Produktion sorgt die frei fahrende Elektrohängebahn für automatisierte und materialschonende Transporte

Den Zuschlag für das Erweiterungsprojekt erhielt nach einer Ausschreibung SSI Schäfer. Keine neun Monate nach Auftragsvergabe übergab SSI Schäfer die schlüsselfertige Anlage – obwohl das Projekt bei laufendem Betrieb realisiert wurde. Im Frühjahr 2015 gingen die erneuerte EHB und das neue, vollautomatisierte Hochregallager in Betrieb. Rund 26.500 Stellplätze für eine doppeltiefe Lagerung bietet das neue, fast 40 Meter hohe Gebäude. In seinen fünf Regalgassen sorgen Regalbediengeräte (RBG) der jüngsten Exyz-Generation mit ihren doppeltiefen Teleskopgabeln für eine Umschlagsleistung von insgesamt bis zu 200 Ein- und 400 Auslagerungen pro Stunde. Höchste Energiesparklassen und effiziente Energierückspeiseeinrichtungen sind bei den Geräten bereits Standard. Durch verschiedene Konstruktionsmerkmale sparen die RBG allein beim Hub gegenüber herkömmlichen Geräten bis zu 25 Prozent des Energieverbrauchs ein. Weitere Eigenschaften wie etwa die Mastkonstruktion wirken sich zudem direkt auf die Raumnutzung aus.

Kapazitätserweiterung nach Maß

Parallel zum Neubau des zweiten HRL legte SSI Schäfer das Konzept für die optimale Trennung der Materialströme vor. Vitaqua wollte das Bestandslager in dem zentralen Distributionszentrum nach dem Erweiterungsprojekt ausschließlich zur Lagerung der rund 320 verschiedenen Fertigprodukte nutzen. Die Vorhaltung der Roh-, Bedarfs- und Verbrauchswaren für die Produktionsversorgung sollte über das neue HRL von SSI Schäfer erfolgen. Auf knapp 800 Metern Länge wurde der Umlauf der EHB erweitert. Über zwei parallel verlaufende Strecken bedient sie das neue Vorgebäude, die beiden HRL und die Produktion. Um die Kapazitätsanforderungen zu decken, wurde die Bahn um drei Fahrzeuge auf insgesamt sechs Gehänge erweitert. Besonderheit: SSI Schäfer installierte Gehänge, die identisch mit dem Bestand sind. Alle sechs Gehänge wurden zudem mit modernster Sensortechnik ausgerüstet. Mit der zusätzlichen Sicherheitsausstattung kann die herkömmliche Einzäunung der Förderstrecke entfallen. Die auf Stutzen geführte EHB stellt keine Barriere in der Fläche dar, sondern gewährt freie Passagen zwischen den Gehängen.

Transparente Prozesse für den Leitstand

Die palettiert angelieferten Roh-, Bedarfs- und Verbrauchswaren zur Produktionsversorgung werden im Wareneingang erfasst und im neuen HRL eingelagert. Über das kundenseitige IT-System melden die Produktionslinien ihren Bedarf. Die IT gibt die Informationen an die Logistiksoftware WAMAS von SSI Schäfer weiter. WAMAS generiert die auftragsbezogenen optimierten Auslagerungsaufträge und stößt mit Ansteuerung des Materialflussrechners die entsprechenden Prozesse zur Produktionsversorgung an. An Übergabeplätzen übernimmt die EHB die ausgelagerten Paletten und führt sie in das Produktionsgebäude. Dort entsorgt sie die Produktionslinien und führt die Getränkepaletten in das Bestands- HRL. WAMAS verwaltet das neue HRL, führt dessen Prozesse und macht mit einer Visualisierung für den Leitstand die Vorgänge transparent. Die Auslagerungen für die Distribution erfolgen nach Vorgabe des überlagernden IT-Systems über eine Fördertechnikstrecke in die Bestandsanlage. Dort wird der Warenausgang konsolidiert und schließlich auf Lkw verladen. Insgesamt hat SSI Schäfer bei dem Erweiterungsprojekt die Materialflüsse deutlich optimiert. „Dabei ist das gesamte Anlagenlayout des neuen HRL und der modernisierten EHB auf eine komfortable Umsetzung weiterer Expansionsoptionen seitens Vitaqua ausgelegt“, resümiert Werksleiter Göring zufrieden.

Titel LT
lupe

Diesen und weitere interessante Artikel finden Sie in der Ausgabe 9 von LEBENSMITTELTECHNIK

Nutzen Sie unsere vielfältigen Bezugsangebote und profitieren Sie von unserem breitgefächerten Fachinformationsangebot.

Einzelheft-Bestellung

Verpasste Ausgaben von LEBENSMITTELTECHNIK schnell und einfach nachbestellen. mehr

Probe-Abonnement

LEBENSMITTELTECHNIK drei Ausgaben lang kostenlos und unverbindlich kennenlernen. mehr

Abonnement

LEBENSMITTELTECHNIK zu Sonderkonditionen zugeschickt bekommen und nie wieder eine Ausgabe verpassen. mehr