Schubert präsentiert mit lightline ein Maschinenprogramm für individuelle Ansprüche

Alle Funktionen in einem Modul

Gerhard Schubert stellt auf der FachPack mit seinem Cartonpacker erstmals ein Element des Maschinenprogramms Schubert lightline vor. Der Cartonpacker besteht aus nur einem Modul und realisiert das Verpacken auf kleinstem Raum – und dies „bei gleichbleibend hoher Qualität und Effizienz“, wie Marcel Kiessling und Johannes Schubert im Gespräch versichern. Lesen Sie, wie sich die kompakten 'Individualisten' im TLM-Systembaukasten von den frei konfigurierbaren 'Alleskönnern' unterscheiden – und wie Kunden davon profitieren.

LT: Herr Kiessling, Herr Schubert, Verpackungsmaschinen aus dem Hause Gerhard Schubert basieren auf einem Baukastensystem, das sich individuell an jede Anforderung anpassen lässt – es gibt also schier endlose Möglichkeiten. Jetzt präsentieren Sie mit lightline ein Maschinenprogramm, das mit weniger Produkt- und Formatvarianten überzeugen will ...

Marcel Kiessling: Sie haben recht. Dank unserer acht TLM-Systemkomponenten sind wir in der Lage, alle erdenklichen Verpackungsaufgaben zu lösen. Jüngstes Beispiel ist eine in der Inbetriebnahme befindliche Pickerlinie, die 5.000 Kekse in der Minute verarbeitet – ein Turnkey-Projekt im zweistelligen Millionenbereich. Das ist aber nur das eine Ende des Spektrums, das wir abdecken: Flexibel konfigurierbare Anlagen, extrem leistungsfähig und mit hohen Freiheitsgraden ...

Johannes Schubert: Flexibilität ist eines der wichtigsten Werkzeuge, um den heutigen Marktanforderungen gerecht zu werden. Schnelles Reagieren auf Trends, neue Verpackungsformate bis hin zu neuen Produkten sind Eckpfeiler unseres Erfolgs. Diese Anforderungen decken wir als Weltmarktführer im Top Loading-Bereich sehr gut ab. Natürlich sind diese Linien auf einem höheren Preisniveau angesiedelt, in dem sich der Konstruktions- und Montageaufwand widerspiegelt. Doch nicht jeder Lebensmittelhersteller benötigt derart frei konfigurierbare Anlagen ...

Marcel Kiessling (links) und Johannes Schubert, hier beim Rundgang durch die Montagehallen, sehen ihr Unternehmen bestens gerüstet, um in bestehenden und neuen Märkten zusätzliche Anteile zu gewinnen © TW

LT: ... bisher haben Ihre Kunden diese Flexibilität immer mitgekauft, ob notwendig oder nicht.

Kiessling: Exakt aus dieser Überlegung heraus entstand die Idee zu Schubert lightline. Wir reden hier über ein Maschinenprogramm für Standardverpackungsaufgaben, das es uns ermöglicht, sehr viel schneller und auch günstiger zu liefern – und dies bei gleichbleibend hoher Schubert-Qualität auf Basis vorkonfigurierter TLM-Systemkomponenten.

LT: Welche Verpackungsaufgaben deckt das neue Maschinenprogramm ab?

Kiessling: Die Schubert lightline ist eine Produktfamilie. Neben dem lightline Cartonpacker zählen auch Pick-and-Place-Anwendungen mit der lightline Pickerline und das Verpacken in Schlauchbeutel mit dem lightline Flowpacker dazu.

LT: Den Auftakt bildet der lightline Cartonpacker, den Sie erstmals auf der FachPack vorstellen. Was leistet die gezeigte Anlage?

Schubert: Der Cartonpacker verpackt Marzipanpralinen in RSC-Faltkisten. Mit einer Leistung von 128 Pralinenschachteln pro Minute kann die Maschine bis zu sechs verschiedene Produktformate verarbeiten. In nur einem sehr kompakten Maschinengestell mit den Maßen 3,5 x 2,5 Meter werden die Kartons auf kleinstem Raum aufgerichtet, mit den Pralinenschachteln befüllt und verschlossen. Kern der Maschine bilden drei F2-Roboter.

LT: Das klingt zunächst einmal nach einer Aufgabe für eine typische TLM-Verpackungsmaschine, die Produkte aller Art verpacken kann. Wo liegen die Unterschiede?

Kiessling: Klassischerweise besteht eine Verpackungslinie für RSC-Kartons aus drei TLM-Modulen: einer Aufrichtemaschine für Schachteln, einer Befüllmaschine zum Einsetzen der verpackten Produkte und einer Schachtelverschließmaschine. Im lightline Cartonpacker haben wir diese drei Einheiten in einem sehr kompakten TLM-Modul vorkonfiguriert.

Schubert: Dank eines speziellen Konfigurators verlässt die Maschine das Werk in Crailsheim als Einheit, was den Installationsaufwand erheblich reduziert. Montage und Inbetriebnahme vor Ort beim Kunden sind mit dem lightline Cartonpacker schon innerhalb einer Woche realisierbar.

LT: Welche Anwendungsfälle können Lebensmittelproduzenten mit dem Cartonpacker abdecken?

Kiessling: Wir bieten die vorkonfigurierte Anlage in vier Varianten für unterschiedliche Kartontypen an – Schachteln, Schachteln mit Deckel, Wrap-Around-Kartons oder RSC-Kartons. Die Maschine ist je nach Kartontyp mit einem passenden Aufricht-, Füll- und Verschließwerkzeug ausgestattet, das für jeweils ein Produkt ausgelegt ist, also für Beutel, Schachteln, Flaschen oder Dosen.

Blick in das Innere einer Hochleistungs-Verpackungsmaschine: Im Durchschnitt bestehen TLM-Anlagen aus fünf Teilmaschinen. Große Linien bringen es auf bis zu 17 und mehr Teilmaschinen. © TW

LT: Flexibilität war immer ein Schlüssel für den Erfolg Ihrer Verpackungsmaschinen. Ändert sich diese Philosophie jetzt?

Kiessling: Im Gegenteil! Ohne unser modulares Design, das mit seinen Freiheitsgraden einzigartig am Markt ist, wäre lightline gar nicht umsetzbar. Unsere acht Standardsystemkomponenten versetzen uns in die Lage, die neue Produktfamilie abzuleiten und für bestimmte Anwendungen zu standardisieren.

Schubert: Sie dürfen nicht vergessen, dass wir bei dem lightline-Konzept nur von einer reduzierten Format- und Verpackungsvielfalt sprechen. Der RSC Cartonpacker in Nürnberg zeigt sechs Formate, auf die sich die Anlage extrem schnell umstellen lässt.

Kiessling: Unsere frei konfigurierbaren Anlagen sind dagegen 'Alleskönner', die spezifisch auf das Verpackungsproblem des Kunden ausgerichtet sind und mehr Freihei­ten bei der späteren Umrüstung oder Erweiterung bieten. Es lassen sich beispielsweise Wrap-Around-Kartons und Trays mit Deckel auf ein und derselben Anlage fahren – was mit dem lightline Cartonpacker so nicht möglich ist.

LT: Gibt es Einbußen bei der Performance?

Schubert: Nein, denn wie bei jeder schalt­schranklosen TLM-Verpackungsmaschine kommt die jüngste Generation unserer Verpackungsmaschinensteuerung zum Einsatz. Flowpacker, Pickerline und Cartonpacker laufen im gleichen hohen Leistungsbereich, wie er für unsere Linien typisch ist – schließlich sind es dieselben Aggregate. Der einzige Unterschied ist, dass die Module vorkonfiguriert sind.

Kiessling: Wichtig in diesem Zusammenhang ist auch, dass wir die Anlagen via GS.Gate in unsere digitale Plattform GRIPS.world einbinden wollen und mit dem gleichen Leistungsumfang in Richtung OEE und Präventivservice ausstatten. Der Kunde wird diese Daten über ein Dashboard stets im Blick haben und beispielsweise Empfehlungen zur Steigerung seiner Produktionsleistung und zur Optimierung seiner Auslastung erhalten – eine echte Schubert-Anlage eben.

LT: Was genau verbirgt sich hinter dem von Ihnen erwähnten Konfigurator?

Schubert: Es handelt sich um ein Tool, mit dem unser Vertrieb, in Zukunft selbstverständlich auch unsere Kunden, die Module auswählen können, die am besten zur jeweiligen Verpackungsaufgabe passen. Die lightline Pickerline unterscheidet im Konfigurator beispielsweise nach starrem oder schwenkbarem Kettentyp sowie einseitigem und zweiseitigem Anlagenlayout. Je nachdem für welches Produktband sich der Kunde dann entscheidet, können wir aus sechs vorkonfigurierten Gestellen auswählen, die in der Vormontage zur Pickerline zusammengebaut werden. Die Anzahl der Gestelle richtet sich nach der geforderten Leistung.

LT: Letztlich bringen Sie damit die Idee von der Serienproduktion im Verpackungsmaschinenbau noch mehr auf den Punkt und reduzieren die Komplexität ...

Schubert: ... was einen niedrigeren Energie­verbrauch und damit Kostenreduktion mit sich bringt. Zumal eine vorkonfigurierte lightline Pickerline, um bei diesem Beispiel zu bleiben, nicht mehr unser Konstruktionsbüro durchläuft – erforderlich ist nur noch die spezifische Konstruktion und Anpassung der Werkzeuge, wofür wir rund zwei Tage benötigen. Während die einzelnen Module in der Vormontage zur Linie zusammengebaut werden, wird das Werkzeug auf einer entsprechenden Testmaschine überprüft, die bei uns in Crailsheim aufgestellt ist.

Kiessling: Unsere Kunden können damit ent­sprechend schnell auf Marktanforderungen reagieren. Vom Bestelleingang bis zur Inbe­triebnahme beim Kunden vergehen zwei bis drei Monate, während es bei einer in der Leistung vergleichbaren TLM-Pickerlinie acht bis neun Monate sind.

LT: Wo stößt das Konzept an seine Grenzen?

Schubert: Dort, wo TLM-Verpackungsmaschinen ein hohes Maß an Flexibilität verlangen – wie es beispielsweise bei der Mini Burger-Anlage der Fall ist, die wir für Trolli entwickelt und gebaut haben. Die Mini-Burger bestehen aus mehreren Schichten Fruchtgummi und Schaumzucker und werden in der Verpackung zusammenge­setzt. Die Linie integriert 17 Teilmaschinen und zwei Transmodulstrecken. Bei derart komplexen Anlagen mit vielen Sonderbaugruppen kommen Sie um unser technisches Büro nicht herum.


Titel LT
lupe

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