10.03.2010: Edelstahlverkleidungen für Produktionslinien in der Lebensmittelindustrie
Ein perfektes Team von Hygiene und Sicherheit
Die Lebensmittelindustrie stellt aufgrund der Hygienevorschriften hohe Anforderungen an die Isolierung und Konstruktion einer Verkleidung. Worauf Hersteller von Lebensmitteln bei der Verkleidung ihrer Produktionsanlagen besonders achten müssen, zeigt ein aktuelles Beispiel aus der Süßwarenbranche. Das süddeutsche Unternehmen Mez Frintrop aus Gönningen hat für eine Produktionsanlage zur Herstellung von Hohlformschokolade eine spezielle Edelstahlverkleidung konstruiert; der erste Verkleidungsabschnitt wurde bereits realisiert.
Reinigungstests ergaben, dass Gehäuse, die nicht eigens für die Lebensmittelindustrie entworfen wurden, Problemzonen aufweisen können. Wo Kanten, Einbuchtungen oder Scharniere für Reinigungsarbeiten schwer zugänglich sind, sich Rückstände bilden oder Flüssigkeiten nicht vollständig ablaufen, entsteht in Verbindung mit guten klimatischen Umgebungen ein hervorragender Nährboden für Verunreinigungen und Übertragungen von Krankheitserregern. Anlagenbauer müssen darauf achten, dass die Maschinenverkleidungen im Umfeld sensibler Lebensmittel hygienischen Anforderungen gerecht werden.
Mez Frintrop hat sich diesen Vorgaben durch die Entwicklung hygienegerechter Gehäuse verpflichtet: Bei der Gestaltung seiner Verkleidungen sorgen beispielsweise spezielle Türgeometrien, Dichtungen und Tropfkanten dafür, dass nach dem Reinigungsvorgang keine Rückstände von Strahlwasser, Reinigungsmittel und dergleichen im Gehäuse zurückbleiben können.
Lebensmittelhygienisch perfekte Konstruktion
Die Produktionsanlage eines führenden Food-Herstellers besteht aus zwei Stockwerken und fünf Anlagenbereichen. Die Einhaltung der Hygienevorschriften nach der Maschinenrichtlinie 2006-42-EG und dem International Food Standard (IFS) waren vorrangige Aufgaben für die Konstrukteure. „Um eine lebensmittelhygienisch perfekte Konstruktion zu entwickeln, mussten umfangreiche Vorschriften für normgerechte Werk- und Hilfsstoffe berücksichtigt werden. Hier war unser ganzes Ingenieurwissen gefragt. Die Verkleidung musste zum einen luftdicht und gut isoliert sein und sich zum anderen flexibel an die verschiedenen Anlagenbereiche anpassen lassen“, erklärt Alexander Fausel, Leiter Vertrieb bei Mez Frintrop.

Aufgrund unterschiedlicher Produktionsverhältnisse ist die Anlage in fünf Abschnitte unterteilt, zwischen denen große Temperaturunterschiede bestehen.
Mez Frintrop hat die neue Edelstahlverkleidung unter Berücksichtigung der bestehenden Anlage entwickelt und die vorhandenen Anlagenteile in das Konzept integriert. „Wir mussten eine konstruktive Lösung finden, in der sich die unterschiedlichen Anlagendimensionen wiederfinden“, so Fausel.
Die Lösung ist eine selbsttragende Trägerrahmenkonstruktion mit steckbaren Kassetten in einem durchgängigen Rastermaß. Die vielen erforderlichen Wartungszugänge der Anlage können aufgrund der Rastermaße der Steckelemente – entsprechend den gängigen Abmessungen des Edelstahlmaterials – gut umgesetzt werden. Durch in sich verstellbare Sockel gewährleistet die Verkleidung auch bei unebenen Bodenverhältnissen eine komplette Abdichtung. Die Anlage wurde mit den vorhandenen Anschlusspunkten verbunden. Steckelemente und Übergänge wurden mit Dichtlippen versehen sowie alle Kabelführungen und Verschraubungen lebensmittelecht abgedichtet. Damit sich innerhalb der Produktionsanlage keine Schmutznester bilden können, wurden an den Innenseiten 60°-Schrägen angebracht. Die Ablaufschrägen vermeiden Schmutznester und sammeln Produktionsrückstände in den dafür vorgesehenen Anlagenbereichen.
Zur Fertigungsabteilung des Gönninger Firmenstandorts gehört auch eine eigene Edelstahlschweißerei, in der die Schweißarbeiten aus Korrosionsschutzgründen separat durchgeführt werden. Die homogenen und hochwertig verarbeiteten Oberflächen sind ein wesentliches Merkmal der Umhausungen und Verkleidungen des Spezialisten. Aufgrund der großen und ebenen Flächen lässt sich die Anlage leicht reinigen. Für Reinigungsarbeiten oder zur Anbringung von Lüftungsanlagen können die Dachteile mit bis zu 200 Kilogramm belastet werden. Die Verkleidung ist temperaturisolierend, resistent gegen Druckunterschiede und eignet sich für den Einsatz in Temperaturbereichen zwischen 0 und 60 °C. Im Zeichen der Arbeitssicherheit sind ergonomische, versenkte Türgriffe entwickelt worden, die mit einer Not-Entriegelung von innen ausgestattet sind.
Kein Projekt ohne Herstellererklärung
Mez Frintrop konnte bei diesem Projekt seinen gesamten Leistungsumfang einbringen: ausgehend von der Beratung und dem Aufmaß der bestehenden Anlage über die Entwicklung eines neuen Verkleidungskonzepts, die Konstruktion, den Musterbau und die Fertigung der Verkleidung bis hin zur Montage und Umrüstung vor Ort. Die Installation der Verkleidung erfolgte in enger Absprache mit dem Kunden. Während eines kurzen geplanten Produktionsstillstands wurde der komplette Abschnitt umgerüstet. Für eine termingerechte Projektabwicklung sorgte ein umfassendes Projektmanagement. Mit der Übergabe der Anlagenverkleidung gab Mez Frintrop auch eine ausführliche Dokumentation mit dem Nachweis der Konformität sowie eine Herstellererklärung ab.
Da ab dem 29.12.2009 die „Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung“ der EG-Richtlinie „Lärm“ (2003/10/EG) sowie der EG-Richtlinie „Vibrationen“ (2002/44/EG) in Kraft tritt, kommt der Verkleidung auch die Funktion der sicheren Abschirmung der Produktionsstraße zum Umfeld zu. Die Verkleidung gewährleistet einen effizienteren Energieeinsatz sowie geringe Geräuschemissionen während der Produktion: Die schallerzeugenden Rüttelmotoren werden durch die in der Anlage integrierten Verkleidungs- und Dämmmaßnahmen isoliert. TW
www.mezfrintrop.de
Branchentreff in Sachen HD
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