15.04.2010: Docking System gewährleistet Kontaminationswerte im Nanogrammbereich

Minimierung kritischer Zustände

Die Verfahrenstechnologie hat sich zu einem nahezu geschlossenen Materialhandling entwickelt. Jedes Unternehmen, das Lebensmittel herstellt oder verarbeitet ist verpflichtet, die für die Lebensmittelsicherheit kritischen Arbeitsstufen zu ermitteln und angemessene Sicherheitsmaßnahmen vorzunehmen. Es gilt vor allem, Verunreinigungen vorzubeugen und die mikrobiologische Sicherheit zu gewährleisten.

Zweifellos sind die kritischen Punkte im technologischen Ablauf bei der Produktion von Lebensmitteln jene, bei denen Materialien - egal ob Pulver, Mahlgut, Zuschlagsstoffe oder Flüssigkeiten - in irgendeiner Weise von einem Behälter in einen anderen umgeschlagen werden. Die meisten Kontaminationen fallen an den Übergabestellen an. Egal ob im Batch-, im Container- oder im vollautomatischen Betrieb: Die kritischen Zustände im Materialhandling werden beim Einsatz des neuen Docking Systems der Andocksysteme G.Untch GmbH weitestgehend minimiert.

G.Untch Andocksystem Durchdachter Aufbau mit Aktiv- und Passivklappe
Das Docking System, bestehend aus einer Aktiv- und einer Passivklappe, gewährleistet, dass das Produkt zu keinem Zeitpunkt des Umfüllens mit der Umgebungsatmosphäre und ihren Verunreinigungen in Berührung kommt. Die Passivklappe ist in der Regel an der Behälteroberseite als auch am Auslass montiert. Die Aktivklappe die sowohl manuell als auch automatisch eingesetzt werden kann, ist Stationsseitig an der Befüll- bzw. Entleerstation integriert, und kann mit allen notwendigen Extras ausgestattet werden. Beide Klappen sind sowohl im manuellen als auch im automatischen Betrieb durch eine konstruktive Lösung doppelt verriegelt, wobei eine spezielle Lagerung das Entstehen eines Zwischenraumes zwischen den Klappenaußenseiten im unverriegelten oder teilverriegelten Zustand verhindert und damit ihre Kontamination.

Die Aktivklappe ist mit einer integrierten Absaugung im Montageflansch versehen. Da wo es besonders kritische Prozesssituationen verlangen, ist sie standardmäßig mit einer Ringabsaugung versehen. Für den störungsfreien Ablauf sorgen vier Sensoren im Docking System, die in das Steuerungssystem der Anlage eingebunden sind. Da im verriegelten Zustand Aktiv- und Passivklappe gemeinsam geöffnet werden, ist gewährleistet, dass das Bedienpersonal nicht mit austretenden Stäuben kontaminiert wird. Dank der modularen Bauweise des Docking Systems können für nahezu alle Einsatzbereiche individuelle Lösungen konzipiert werden.
Ob Alloy 59, Beschichtungen, oder Sonderwerkstoffe für nicht produktberührte Teile um Gewicht einzusparen, aber auch EPDM, VITON oder Perfluorelastomer - alles ist möglich und letztlich nur eine Frage der Anforderungen. Die geringe Bauhöhe eröffnet die Möglichkeit, das System nicht nur bei neuen Projekten einzusetzen sondern auch Andockstellen in bestehenden Anlagen nachzurüsten. Auf einer Station lassen sich mit dem System unterschiedliche Gebinde entleeren oder befüllen, sofern die Nennweiten identisch sind. Das System wird in den Nennweiten von 50 bis 300 Millimeter angeboten. Die GMP-gerechten Verriegelungsdorne dienen bei dem Andockvorgang gleichzeitig zur Zentrierung der Aktiv- und Passivklappe zueinander. Die Andockgenauigkeit der Aktiv-/Passivklappe liegt bei + 14 Millimeter, bei DN 100/150 bei +10 Millimeter. Die Pasivklappe kann desgleichen um 180° entgegengesetzt angedockt werden. Verunreinigte Teile sind leicht entnehmbar, um durch Austausch der zu reinigenden Teile lange Stillstandzeiten zu vermeiden.
Die Kontaminationswerte bei dem bereits in der Pharmaindustrie und führenden Lebensmittelherstellern eingeführten System liegen bei < 0,01 bis 0,05 µg/m3. Sie werden durch die Kombination von CNC-bearbeiteten Edelstahlteilen mit Dichtungen aus PTFE erreicht. Solche Kontaminationswerte sind hauptsächlich da von Bedeutung, wo unter Reinraumbedingungen gearbeitet werden muss, wie es beispielsweise im Rahmen der Herstellung von Babynahrung oder beim Handling von speziellen Zusatzstoffen der Fall ist.

R 535M ultivacDie Dichtung entscheidet über den Einsatz
Für Betriebe, die einen höheren Anspruch an das Materialhandling haben, wurde ein neues Docking System mit modularer PTFE-Dichtungslösung entwickelt, welches insbesondere den hohen Qualitätsansprüchen dieser Lebensmittelhersteller gerecht wird. Über die Qualität der Andocksysteme und ihr Einsatzspektrum entscheidet neben dem Material der Verschleißteile, sie bestehen bei standardmäßig aus einem gehärteten, hochwertigen Edelstahl, in erster Linie das verwendete Dichtungsmaterial. Denn letztlich ist es immer der Dichtungswerkstoff, der die Qualität der Andocksysteme und somit die Kontamination gering hält oder ganz ausschließt. Alle bisher verwendeten Dichtungswerkstoffe, wie beispielweise EPDM, VITON, Perfluorelastomer oder Silikon, haben ihre Berechtigung aber auch spezifische Schwächen.

Unter bestimmten Prozesssituationen stellen sie kritische Punkte im Sinne der geltenden Hygiene-Bestimmungen dar. Bei den neuesten Docking Systemen von Andocksysteme G.Untch kommen nunmehr Polytetrafluorethylen-Dichtungen (PTFE) zum Einsatz. PTFE ist ein chemisch beständiger Werkstoff und konform mit den Bestimmungen der FDA (Food and Drug Administration). Die modular aufgebaute Dichtung erhält durch einen gekapselten Elastomerkern ihre Elastizität, die für den Druck und das Vakuum im Prozess erforderlich ist. Der modulare Aufbau verringert zudem die Kosten für den Ersatz von Verschleißteilen. Der lebensmittelgeeignete PTFE-Dichtungswerkstoffe ist unempfindlich gegen Trockenlauf, beständig gegen alle CIP/SIP-Medien und toleriert hohe Temperaturen.
Mit dem neuen Docking System werden zudem die Forderungen der EU-Maschinenrichtlinie erfüllt und es ist dank der geringen Bauhöhe eine problemlose Nachrüstung aller gängigen Anlagen in der Lebensmittelindustrie möglich. PTFE-Dichtungen sind universell chemisch resistent. Sie sind temperaturbeständig von -250 °C bis 260 °C und der Reibungskoeffizient ist niedrig. Erstmals wird dank der integrierten PTFE-Dichtungen sowohl das Sterilisieren in Place (SIP) als auch das Cleaning in Place (CIP), mit Heißdampf bei 150 °C und 1,5 bar, des Andocksystems möglich. So lassen sich ganze Produktionslinien in einem Arbeitsgang reinigen und sterilisieren. Das Trennen von Behälter und Andocksystem sowie das Herausfahren von Behältern aus der Produktionslinie gehören damit der Vergangenheit an. Letztlich wird damit den schärfer gewordenen Ansprüchen an Hygienemaßnahmen in der Lebensmittelindustrie Rechnung getragen. TW
www.andocksysteme.de


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