01.06.2011: Rückblick auf den Technologietag "Hygienic Design“
Hygienegerechte Konstruktion von Maschinen und Anlagen in der Praxis
Bereits zum elften Mal lud die AZO zum Technologietag nach Osterburken ein. Mit der Wahl des diesjährigen Themas "Hygienic Design" waren sowohl die Veranstalter als auch die Teilnehmer hochzufrieden, denn der Technologietag war komplett ausgebucht. Das inhaltliche Spektrum reichte von den Grundlagen der hygiene- und reinigungsgerechten Konstruktion von Anlagen und Maschinen über Praxislösungen im Bereich Reinigung und Inspektion bis hin zu CIP (clean-in-place) Lösungen. Auch die geltenden Regelwerke und deren Umsetzung in der täglichen Lebensmittelpraxis unter Einhaltung der Maschinenrichtlinien für Nahrungsmittelmaschinen wurden dabei beleuchtet.
Die Teilnehmer wurden im Kundencenter und von AZO-Geschäftsführer Robert Zimmermann und dem Bereichsleiter Marketing / Dokumentation Walter Sonntag begrüßt. Dann ergriff Dr.-Ing. Jürgen Hofmann das Wort, ein ausgewiesener und anerkannter Fachmann aus Weihenstephan, der als Moderator den Tag leitete. Nach Hofmann umfasst Hygienic Design die „Gestaltungsprinzipien für Maschinen unter der Berücksichtigung hygienischer Anforderungen zur Vermeidung von konstruktiven Schwachstellen in Bezug auf biologische und chemische Gefährdungen sowie durch Fremdkörperkontaminationen.“ Dabei sei die Reinigbarkeit der Maschinen, Oberflächen und konstruktiven Elemente als zentraler Punkt zu sehen. Hofmann: „Verschmutzungen aller Art dürfen sich nicht festsetzen oder dauerhaft verbleiben und sie müssen leicht entfernbar sein.“ Auch im Hinblick auf Kosten und Nachhaltigkeit wird dieses Thema für die Lebensmittel- und Pharmaindustrie immer wichtiger und das über die gesamte Prozesskette. Im ersten Beitrag ging Udo Baitinger von der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe auf Normung und Hygienic Design und die daraus entstehenden besondere Anforderungen an Komponenten und Maschinen im Lebensmittelbereich ein. Daran anschließend erläuterte Gerhard Nied, der Technische Leiter von AZO, hygienegerechte Konstruktionen von Maschinen und Anlagen in der Praxis und wie sie beim Hersteller der Komponenten umgesetzt werden. Beim nächsten Vortrag hatte ein Anwender aus der Lebensmittelindustrie das Wort. Unter dem Titel „Hygienic Design – Let´s talk Nestlé“ zeigte der Referent Thomas Hildmann von Nestlé PTC Lebensmittelforschung sehr anschaulich Anforderungen und Erfahrungen zum Thema „Hygienic Design“ auf. Ein besonderer Diskussionspunkt in diesem Beitrag war: geschlossene vs. offene Profile. Dieser Punkt wurde unter den Teilnehmern sehr kontrovers, aber für alle nachvollziehbar, diskutiert. Es sind gerade die Oberflächen und Werkstoffe, die in Kontakt mit Lebensmitteln eine wichtige Rolle im Hygienic Design spielen. Auf dieses Thema ging Hans-Werner Bellin von Bellin Consult sehr ausführlich ein.
Nach dem Mittagessen konnten die Teilnehmer bei einem ausführlichen Firmenrundgang interessante Einblicke in die moderne Fertigung von AZO gewinnen. In kleinen geführten Gruppen wurden den Gästen die einzelnen Fertigungsschritte in der Produktion erläutert. Besonderes Interesse fand dabei das neu gebaute Montagezentrum, die hohe Fertigungstiefe und die Sauberkeit in der Produktion. Als Abschluss des Rundgangs konnten die Teilnehmer im Ausstellungsraum zwei Exponate im Hygienic Design sehen. Dies waren eine CIP-Dosierschnecke in höchster Fertigungsgüte sowie eine Siebmaschine, die alle Möglichkeiten der sauberen Inspektion und Reinigung bot.
Das Nachmittagsprogramm wurde von den beiden Gastgebern Peter Watzal und Willi Weidmann, Geschäftsbereichsleiter AZO Vital eingeläutet. Sie stellten Anlagenkomponenten aus der Praxis für eine schnelle und kostensparende Reinigung vor. Danach ging Steffen Günter von hsh-systeme für prozess-IT auf PC-Technik im Lebensmittel- und Pharmabereich ein und zeigte Lösungen, die die Anforderungen des Hygienic Designs abdecken. Den Abschluss bildete der Beitrag von Markus Schwendemann, Vertriebsleiter der der jüngsten AZO Tochter zoatec. Er ging auf das Hygienic Design im Flüssigbereich ein und zeigte die Grundlagen für CIP und SIP Ausführungen am Beispiel von Prozessanlagen. TW
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