1. Hygienic Design Praxistag bei Pflitsch

Der Schlüssel für mehr Sauberkeit im Prozess

Der Maschinen- und Anlagenbau für die Lebensmittelverarbeitung unterliegt in Sachen Hygienic Design einem starken Bewusstseinswandel. Der 1. Hygienic Design Praxistag am 9. November beim Kabelverschraubungs- und Kabelkanalhersteller Pflitsch in Hückeswagen bietet eine Plattform für Beteiligte der gesamten Prozesskette, die aktuellen Anforderungen am Markt zu beleuchten.

Ob im Bereich Maschinen- und Anlagenbau oder in der Gerätetechnik für Food & Pharma: Das Thema Hygienic Design unterliegt einem starken Wandel. Mit Edelstahl-Verkleidungen allein ist es längst nicht mehr getan. Das brisante Thema betrifft alle Beteiligten der Kette – vom Komponentenlieferanten über den Maschinenbauer bis zum Hersteller ganzer Produktionseinheiten der Lebensmittel- und Pharmaindustrie. Besonders die hygienegerechte Installation und Führung von Kabeln und Leitungen über die gesamte Hygienekette nimmt hierbei eine Schlüsselstellung ein. Wer hier am falschen Ende spart, läuft Gefahr, dass seine Reinigungsprozesse aufwändig und teuer werden, oder es bei Verunreinigungen zu kostspieligen Rückrufaktionen und Imageproblemen kommt.

Einer der Experten, die am 9. November vor Ort referieren, ist Markus Keller vom Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA). Er ist zuversichtlich, was die Akzeptanz des Themas in der Branche betrifft: „Langsam aber sicher sind immer mehr Entscheidungsträger in der Industrie sensibilisiert für die Wichtigkeit des Hygienic Designs. Leider werden Produktionsanlagen aber immer noch unter dem Aspekt der Investitionskosten bestellt und gebaut.“ Deshalb finde man beispielsweise preiswerte Kunststoff-Kabelverschraubungen an hochwertigen Maschinen für die Lebensmittelindustrie. „Wer die Gesamtkosten und die Stillstandszeiten über die Lebensdauer einer Anlage betrachtet, wird feststellen, dass ein durchgängiges Hygienic Design auf Dauer günstiger ist. Das müssen die Entscheider in den Unternehmen verinnerlichen und die entsprechenden Fachleute einbinden“, meint der Diplom-Biologe. Das Gleiche gelte für die Hygieneanforderungen an Kameraschutzgehäusen, stimmt Peter Neuhaus zu. „Diese sind in der Regel über dem Produktstrom platziert und die Kontamination der Lebensmittel durch Abtropfen muss unbedingt verhindert werden“ – zumal der Einsatz von Bildverarbeitungssystemen in der Lebensmittelindustrie immer weiter zunehme, so der autoVimation-Geschäftsführer, der ebenfalls zu den Referenten zählt.

Der 1. Hygienic Design Praxistag von Pflitsch bietet am 9. November eine Plattform für alle Beteiligten der gesamten Hygienekette, die Auswirkungen dieser aktuellen Marktentwicklung zu beleuchten. Dabei gilt es, die Erkenntnisse des Hygienic Designs sowie die Richtlinien der European Hygienic Engineering and Design Group (EHEDG) in der Praxis umzusetzen. Für Konstrukteure und Entwickler bedeutet dies: Glatte Konturen, ausgewählte Radien, spezielle Oberflächen und besondere Werkstoffe sind bei der Planung und Ausführung von Anlagen und deren Komponenten gefordert. Andreas Vonderschmidt, Geschäftsführer von Georgii Kobold: „Die Anforderungen hinsichtlich Hygienic Design wachsen von Jahr zu Jahr. Wir spüren hier in den vergangenen zwei Jahren eine stärkere Sensibilisierung des Marktes.“ Während früher der Korrosionsschutz im Vordergrund gestanden habe, würden „heute weit umfassendere Anforderungen an die eingesetzten Produkte gestellt. Unsere Kunden erwarten hier von uns, auf dem neuesten Stand zu sein.“ Eingeladen zum Hygienic Design Praxistag nach Hückeswagen sind deshalb Hersteller von Komponenten, Verarbeitungs-, Abfüll- und Verpackungsmaschinen und Lebensmittelproduzenten ebenso wie Experten von renommierten Institutionen und Hygienebeauftragte. Impulsvorträge, aktuelle Best Practice-Beispiele und eine begleitende Ausstellung erwarten die Teilnehmer. Zudem gibt es viel Raum für einen gegenseitigen Expertenaustausch.

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