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Bühler hat mit Lucent einen neuen industriellen Röster für Kakaonibs entwickelt, der pro Tonne Kakao mindestens 20 Prozent weniger Energie verbraucht als sein Vorgängermodell Tornado
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Blick in die geöffnete Rösttrommel des Lucent. Die überarbeitete Trommelgeometrie und optimierte Füllmengen tragen nach Herstellerangaben zum höheren Durchsatz bei.
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Das Feedback der Kunden von Bühler aus der industriellen Kakaoverarbeitung ist direkt in die Entwicklung von Lucent geflossen.

NEUER KAKAORÖSTER SENKT ENERGIEVERBRAUCH

Mit Lucent hat Bühler einen neuen industriellen Röster für Kakaonibs entwickelt, der pro Tonne Kakao mindestens 20 Prozent weniger Energie verbrauchen soll als das Vorgängermodell Tornado. Gleichzeitig ermöglicht die Anlage nach Herstellerangaben bei gleicher Stellfläche einen um bis zu 20 Prozent höheren Durchsatz. Zu den technischen Neuerungen gehören eine integrierte Wärmerückgewinnung, eine selbstlernende Röststeuerung und eine vollständig geschlossene Produktkammer.

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Schwankende Kakaopreise, steigende Energiekosten und sinkende Margen stellen industrielle Kakaoverarbeiter vor wirtschaftliche Herausforderungen. Nach Angaben von Bühler entfallen zehn bis 20 Prozent der gesamten Betriebskosten in der Kakaoverarbeitung auf Energie, wobei das Rösten der energieintensivste Einzelschritt ist. Beim bisherigen Tornado-Röster erfolgt der Prozess chargenweise: Heiße Luft röstet die Kakaonibs in einer rotierenden Trommel. Die Abluft wird nach jedem Zyklus abgeführt, wodurch ein erheblicher Teil der Wärmeenergie verloren geht.

Der neue Lucent nutzt diese Energie über ein Wärmetauschersystem zurück und entlastet damit den Gasbrenner. Eine überarbeitete Trommelgeometrie und optimierte Füllmengen sollen den Gasverbrauch gegenüber dem Tornado um mindestens 20 Prozent reduzieren. Gleichzeitig steigt der Durchsatz laut Bühler um bis zu 20 Prozent, ohne dass die Anlage mehr Stellfläche benötigt.

Für bestimmte Anwendungen bietet Bühler zudem eine hybride Röstoption an, die konvektive und konduktive Wärmeübertragung kombiniert. Damit sollen abhängig vom Anwendungsfall Energieeinsparungen von bis zu 40 Prozent möglich sein.

„Beim Rösten entsteht der Geschmack. Es ist einer der Schritte, auf die unsere Kunden den grössten Wert legen; historisch gesehen ist es aber auch der Schritt gewesen, bei dem am meisten Energie verschwendet wurde. Lucent verbessert die Geschmackskontrolle und senkt gleichzeitig den Energieverbrauch“, erklärt Isabelle Kirckof, Product Manager Market Segment Cocoa & Malt bei Bühler.

Geschlossene Röstkammer für mehr Lebensmittelsicherheit

Neben der Energieeffizienz hat Bühler die hygienische Konstruktion des Rösters überarbeitet. Lucent verfügt über eine vollständig geschlossene Röstkammer und ein neues Dichtungssystem, das die Kakaonibs während des gesamten Röstzyklus physisch von der Verbrennungsluft trennt.

Die Anlage besteht aus Edelstahl mit leicht zu reinigenden Oberflächen. Wartungsöffnungen ermöglichen einen direkten Zugang zu den wichtigsten Komponenten und erleichtern damit die Inspektion und Instandhaltung. Die Konstruktion soll zudem Produktverluste verringern, die bei älteren Röstergenerationen entstehen können, wenn Kakaopartikel in den Luftstrom gesaugt werden.

„Die Standards für die Lebensmittelsicherheit in der Kakao- und Schokoladenindustrie werden immer strenger und unsere Kunden brauchen Anlagen, die diese Standards konstruktiv erfüllen – und nicht durch Umgehungslösungen im Prozess“, sagt Joachim Essig, Head of Sales Cocoa & Malt bei Bühler.

Selbstlernende Steuerung für reproduzierbare Röstergebnisse

Eine weitere Neuerung ist die vorausschauende Prozesssteuerung. Das selbstlernende System überwacht kontinuierlich die wesentlichen Röstparameter und passt die Temperatur des Gasbrenners, den Luftstrom sowie die Prozessgeschwindigkeit automatisch an.

Der Bediener legt dazu ein Röstprofil fest, dessen Ausführung anschließend vom Algorithmus gesteuert wird. Das System berücksichtigt Schwankungen beim eingesetzten Rohkakao, um von Charge zu Charge gleichbleibende Ergebnisse zu erzielen. Abhängig vom Rohmaterial dauern die Röstzyklen zwischen 40 und 60 Minuten.

Die Steuerung ist darauf ausgelegt, den Bedarf an spezialisiertem Maschinenwissen zu reduzieren. Durch die automatische Anpassung der Prozessparameter soll die Reproduzierbarkeit von Geschmacksprofilen und Röstgraden weniger stark vom Erfahrungswissen einzelner Bediener abhängen.

„Beim Rösten ging es schon immer um Fachwissen und um Technologie gleichermassen. Lucent kombiniert beides, indem es Prozesswissen in die Maschine integriert und es einfacher macht, wiederholbare Geschmacksprofile und gleichbleibende Röstgrade zu erzielen“, erläutert Isabelle Kirckof.

Erste Installation für 2027 vorgesehen

In die Entwicklung von Lucent sind nach Angaben von Bühler Rückmeldungen von Kunden aus der industriellen Kakaoverarbeitung eingeflossen. Insbesondere die Anforderungen an Energieeffizienz, Hygiene, Durchsatz und einfache Bedienung bestimmten die konstruktive Auslegung der Anlage.

Laut der im Juli 2026 veröffentlichten Unternehmensmitteilung befindet sich ein Prototyp in Entwicklung, dessen Installation bei einem Kunden in Asien für das erste Quartal 2027 vorgesehen ist. Weitere Anwendungen zum Rösten anderer Rohstoffe sind für die folgenden zwei Jahre geplant.

Gefertigt wird Lucent im schweizerischen Appenzell, dem Kompetenzzentrum von Bühler für Kakaoverarbeitungsanlagen. Seit 2022 produziert das Unternehmen dort die wesentlichen Komponenten seiner Kakaoverarbeitungslinien, darunter Infrarot-Vorbehandlungsmaschinen, Röster und Kühler.

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