ADDITIVE FERTIGUNG IM LEBENSMITTELKONTAKT
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Im Selektiven Lasersintern (SLS) kommen bei LMD ausschließlich geprüfte Werkstoffe zum Einsatz. FDA- und EU-Konformitätserklärungen der Pulverhersteller sind dabei Standard. Für Anwendungen im Lebensmittelkontakt sind sie jedoch nur die Basis – nicht der Nachweis.
Denn der eigentliche Einfluss entsteht im Prozess. Pulverhandling und -rückführung verändern die Ausgangssituation, Druckparameter wirken auf Gefüge und Dichtigkeit, und auch die Nachbearbeitung beeinflusst die Oberfläche. Genau diese Faktoren entscheiden darüber, ob ein Bauteil im späteren Einsatz unbedenklich ist oder nicht.
Materialkonformität greift zu kurz
LMD verlagert die Bewertung deshalb konsequent auf das fertige Bauteil. Dafür lässt das Unternehmen regelmäßig validierte Referenzmusterplatten durch ein unabhängiges, akkreditiertes Forschungsinstitut prüfen. Untersucht werden dabei unter anderem die Gesamt- und spezifische Migration gemäß EN 1186 und EN 13130, mögliche Einträge von Metallen sowie primäre aromatische Amine, ergänzt durch ein NIAS-Screening zur Erfassung nicht absichtlich zugesetzter Stoffe. Auch die sensorische Bewertung nach DIN 10955 ist Teil der Prüfung.
Entscheidend ist: Bewertet wird nicht die Theorie, sondern der reale Zustand nach Fertigung, Nachbearbeitung und Prozessführung.
Ergebnisse und Anwendung in der Praxis
Die Resultate fallen eindeutig aus. Gesetzliche Grenzwerte für Migration, Metalle und kritische Stoffgruppen werden deutlich unterschritten. Die gefertigten Bauteile sind für den Kontakt mit allen Lebensmitteln geeignet – und das nicht nur einmalig, sondern wiederholt im Rahmen der Referenzprüfungen bestätigt.
Gleichzeitig zeigt sich ein klarer Zusammenhang: Die Eignung ergibt sich nicht aus dem Material allein. Erst das Zusammenspiel aus Werkstoff, Verarbeitung, Geometrie und Oberfläche bestimmt die tatsächliche Lebensmitteltauglichkeit.
Gerade in der Lebensmittelindustrie bleibt die Automatisierung oft hinter den Möglichkeiten zurück. Hohe Anforderungen an Reinigung, Hygiene und Prozessstabilität erschweren den Einsatz klassischer Komponenten. Hier spielt additive Fertigung ihre Stärken aus. Individuell ausgelegte Greifer für empfindliche Backwaren, spezifische Lösungen für Portionierprozesse oder angepasste Komponenten für das Handling von Fleisch- und Milchprodukten lassen sich gezielt auf die Anwendung abstimmen. Voraussetzung bleibt jedoch eine abgesicherte Prozesskette – ohne diese ist der Einsatz im sensiblen Umfeld nicht belastbar.
Perspektive: Prozesssicherheit als Schlüssel
Additiv gefertigte Bauteile sind im industriellen Umfeld längst etabliert, auch im Lebensmittelkontakt. Entscheidend für ihre Akzeptanz ist jedoch weniger die Technologie selbst als der Nachweis ihrer Sicherheit.
Der Ansatz der LMD GmbH zeigt, worauf es ankommt: Nicht das Material allein steht im Mittelpunkt, sondern die kontrollierte und geprüfte Prozesskette. Erst sie schafft die Grundlage, um additive Fertigung zuverlässig in sensiblen Anwendungen der Lebensmittelindustrie einzusetzen.


