CEREULID-ENTFERNUNG IM RAFFINATIONSPROZESS
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Öle mit sehr hohem Gehalt an Arachidonsäure (ARA) finden breite Verwendung, um Säuglingsnahrung oder Nahrungsergänzungsmittel mit langkettigen Omega-6-Fettsäuren aus nichttierischen Quellen anzureichern. Diese sind unter anderem wichtig für die Entwicklung des Immunsystems, der Augen oder des Gehirns im Säuglings- und Kleinkindalter. Eine Kontamination der sogenannten ARA-Öle durch Cereulid erzeugende Bacillus cereus-Stämme und die Aufkonzentrierung des Toxins im Produktionsprozess können bei Verzehr zu Emetischen Vergiftungen, also Übelkeit und Erbrechen führen, die sich bei Säuglingen und Kleinkindern viel stärker und gefährlicher auswirken als bei Erwachsenen. Ist das äußerst widerstandsfähige Toxin erst im Produkt, lässt es sich durch herkömmliche Raffinationsschritte wie Desodorieren, Auswaschen oder Filtrieren nicht entfernen.
Mit Inkrafttreten der Durchführungsverordnung (EU) 2026/459 der EU-Kommission vom 24. Februar 2026 sind ARA-Öle aus China, in denen Cereulid nachweisbar ist, in denen der Gehalt also über der Bestimmungsgrenze von 0,1 Mikrogramm pro Kilogramm liegt, de facto nicht verkehrsfähig. Nutriswiss als Spezialist für die Raffination hochwertiger, maßgeschneiderter Speisefette und -öle veredelt eine breite Palette von Ölen für die Lebensmittel-, Pharma- und Kosmetikindustrie. Hochmoderne Verfahren ermöglichen nicht nur die schonende Behandlung der Öle, sondern reduzieren auch wirksam Prozessverunreinigungen, Pestizide, Mineralölrückstände, Weichmacher und andere Schadstoffe. Das Unternehmen ist nicht von der Cereulid-Problematik betroffen, raffiniert aber auch beigestellte Öle aus Fermentationsprozessen für Infant Formula im Kundenauftrag.
Über einen Lieferantenkontakt erhielt das F&E-Team von Nutriswiss eine Probe kontaminierten ARA-Öls. Damit wurde eine Kurzstudie durchgeführt, um zu untersuchen, wie Cereulid durch technologische Maßnahmen entfernt werden kann. Frank Möllering, Head of Research & Development, ist zuversichtlich, dieses Ziel zu erreichen, und erklärt: „Durch eine spezifische Kombination von Verfahrensschritten, Prozessbedingungen und verschiedenen Hilfsstoffen gelang es uns bisher, den ursprünglichen Cereulid-Gehalt der Probe von 200 ppb in der Raffination auf unter 0,3 ppb zu senken. Das entspricht einer Reduktion um circa 99,99 Prozent.“ In weiteren Versuchen wird die Verfahrensfolge jetzt optimiert. Das Nutriswiss-Team hofft, in Kürze die analytische Bestimmungsgrenze des Cereulid-Gehalts von 0,1 ppb zu erreichen. Durch die nahezu vollständige Entfernung dieser chemisch extrem stabilen Kontamination könnten betroffene ARA-Öle dann gereinigt und wieder verkehrsfähig gemacht werden.
