MALZPRODUZENT SETZT AUF BIOMASSE-ENERGIE
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Avangard trocknet das Grünmalz in sogenannten Darren. Diese brauchen jährlich über 70.000 Megawattstunden Wärme. Daneben wird für den Herstellungsprozess und die Belüftung der Darren auch eine erhebliche Menge an elektrischem Strom benötigt. Beides zukünftig ein teures Vergnügen, wenn man Öl oder Gas als Energieträger nutzt. Noch dazu sind beide umweltschädlich. Deshalb entschied sich das Unternehmen für die Energiequelle Biomasse: CO₂-neutral, verfügbar aus heimischen Quellen und preisstabil, weil unabhängig von Importen und Spekulanten.
Aufgrund des hohen Wärme- und Strombedarfs installierte Avangard eine Heißdampf-Anlage mit Kraft-Wärme-Kopplung zur Wärme- und Stromerzeugung. Diese wurde schlüsselfertig auf dem Betriebsgelände gebaut. Sie versorgt den Standort jetzt mit einer jährlichen Wärmemenge von 54.400 Megawattstunden. Die Anlage erreicht eine Nennwärmeleistung von 9.000 Kilowatt und eine Dampfleistung von 12.500 Kilogramm pro Stunde. Die jährliche Stromerzeugung über die Turbine beläuft sich auf 9.700 Megawattstunden.
Eine mehrstufige Rauchgasreinigung sorgt in allen Schmidmeier-Anlagen für die richtigen Emissionswerte. Die erste Stufe befindet sich bereits im Feuerraum. Hier wird Ad Blue in das Rauchgas eingesprüht und reduziert so Stickoxide zu Wasserdampf und Stickstoff. Im zweiten Schritt werden alle groben Staubpartikel aus dem Rauchgasstrom abgeschieden. Der dritte Reinigungsschritt findet in einem Gewebefilter statt. Dort werden auch feinste Partikel mit einem Grad von über 99 Prozent ausgefiltert. An dieser Stelle wird zudem zur Bindung von Schadstoffen eine weitere Additiv-Dosierung eingesetzt. Diese mehrstufige Rauchgasreinigung sorgt dafür, dass die Emissionen jederzeit problemlos alle Vorschriften erfüllen.
Als Brennstoff kommt Gebrauchtholz der Kategorie A I und A II zum Einsatz. Es stammt von einem Altholzaufbereiter in unmittelbarer Nähe der Mälzerei. So stärkt der Brennstoff – im Unterschied zu fossilen Energieträgern – zusätzlich zu seiner CO₂-Neutralität auch die regionale Wertschöpfung. Schmidmeier übernimmt dabei nicht nur die Rolle des Generalunternehmers für den Anlagenbau, sondern liefert für Avangard zudem ein maßgeschneidertes Brennstoffmanagement. Das Leistungspaket umfasst Brennstoffberatung, das Lieferantenmanagement, das Aschemanagement sowie Qualitätskontrollen und die Schulungen der Mitarbeiter im Bereich Gebrauchtholz. So wird der Betrieb langfristig, liefersicher, umweltschonend und preiswert mit Brennstoff versorgt.
Die Schmidmeier NaturEnergie GmbH in Zeitlarn ist Spezialist für CO₂-neutrale Prozesswärme aus Biomasse. Mit 80 Mitarbeitern entwickelt das Unternehmen im Leistungsbereich von 500 bis 25.000 Kilowatt Energielösungen für Industrie, Gewerbe und Kommunen – auch mit Kraft-Wärme-Kopplung zur Ökostromerzeugung oder als Hybridsystem mit Überschussstrom-Einbindung.
