ZENTRALE STEUERUNGSPLATTFORM
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Die SchapfenMühle produziert eine große Bandbreite an Produkten – von klassischen Mehlen bis hin zu Spezialprodukten wie Flohsamenschalen. Diese Vielfalt spiegelt sich auch in den Verpackungsformen wider: von kleinen Verkaufseinheiten über 25-Kilo-Säcke bis hin zu palettierten Transporteinheiten.
Vor der Implementierung der neuen Lösung waren die Kennzeichnungsprozesse durch gewachsene Strukturen geprägt. Unterschiedliche Systeme, manuelle Eingriffe und fehlende Durchgängigkeit erschwerten eine effiziente und fehlerfreie Kennzeichnung. Gleichzeitig stiegen die Anforderungen an eine lückenlose Rückverfolgbarkeit entlang der gesamten Lieferkette. Die zentrale Herausforderung bestand darin, eine integrierte Lösung zu schaffen, die alle Verpackungsstufen abdeckt, sich nahtlos in bestehende Produktionslinien einfügt, einfach zu bedienen ist und damit auch den Arbeitsalltag der Mitarbeitenden erleichtert. Umgesetzt wurde das Projekt zusammen mit Matthews Marking Systems.
Bereits am Anfang des Prozesses werden leere 25-Kilo-Säcke mit einem Thermotransfer-Etikettiersystem des Typs T63 gekennzeichnet. Die großformatigen Etiketten enthalten alle relevanten Produktinformationen und sorgen dafür, dass Verwechslungen bereits vor der Befüllung ausgeschlossen werden. Die robuste Bauweise der Technik und die präzise Applikation gewährleisten einen zuverlässigen Betrieb im industriellen Umfeld.
Hochauflösender Kleinschrift-Druck
Für kleinformatige Verpackungseinheiten kommt die L-Serie (L12) zum Einsatz. Diese ermöglicht einen hochauflösenden Kleinschrift-Druck direkt auf der Verpackung – selbst bei hohen Fördergeschwindigkeiten. Die exakte Synchronisation erfolgt über Drehgeber und Fotozellen, sodass jede Packung punktgenau gekennzeichnet wird. Das Ergebnis ist eine dauerhaft lesbare Kennzeichnung, auch bei anspruchsvollen Druckinhalten.
Nach der Palettierung und dem Umwickeln mit Stretchfolie übernimmt ein FlexWipe-Palettenetikettierer die zweiseitige Kennzeichnung. Die großformatigen Etiketten werden automatisch aufgebracht und bleiben auch unter Transport- und Lagerbedingungen gut sichtbar. Die Daten werden direkt aus dem ERP-System (Navision) bereitgestellt, wodurch eine stets aktuelle und fehlerfreie Kennzeichnung sichergestellt ist.
Ergänzend und als zusätzliche Sicherheit erfolgt eine Etikettierung der Produktpaletten ebenfalls mit einem T63-System. Diese sorgt dafür, dass jede Palette von Beginn an eindeutig identifizierbar ist. Dieses Detail erhöht die Transparenz und Sicherheit insbesondere in der internen Logistik erheblich.
Herzstück der gesamten Kennzeichnungslösung ist die zentrale Steuerungsplattform MPeria. Sie verbindet alle eingesetzten Systeme miteinander und ermöglicht eine einheitliche Verwaltung sämtlicher Druckdaten und Prozesse. Durch die Integration in die bestehende IT-Infrastruktur der SchapfenMühle können Daten automatisiert verarbeitet werden, ohne dass manuelle Eingriffe erforderlich sind. Gleichzeitig bleibt das System flexibel: Neue Linien oder Anwendungen lassen sich jederzeit problemlos integrieren.
Nahtlose Einbindung der Kennzeichnungslösung
Ein entscheidender Erfolgsfaktor des Projekts war die nahtlose Einbindung der Kennzeichnungslösung in die vorhandenen Produktions- und IT-Strukturen. Die Zusammenarbeit mit Maschinenbauern sowie die Anbindung an das ERP-System wurden von Beginn an berücksichtigt. Und trotz der hohen technischen Komplexität blieb die Bedienung für die Mitarbeitenden bewusst einfach. Schulungsaufwand und Fehlerquellen konnten so minimiert werden – ein wichtiger Aspekt im Mehrschichtbetrieb der SchapfenMühle.
Schließlich bietet die Einführung der integrierten Kennzeichnungslösung gleich auf mehreren Ebenen Optimierungen:
- Durchgängige Kennzeichnung: Jede Verpackungseinheit – vom leeren Sack bis zur Palette – ist eindeutig identifizierbar.
- Erhöhte Prozesssicherheit: Automatisierte Abläufe reduzieren Fehler und sorgen für stabile Produktionsprozesse.
- Lückenlose Rückverfolgbarkeit: Alle Produkte können entlang der gesamten Lieferkette eindeutig nachverfolgt werden.
- Effizienzsteigerung: Weniger manuelle Eingriffe, reduzierte Stillstandzeiten und eine einfache Bedienung erhöhen die Produktivität.
- Zukunftssicherheit: Die skalierbare Systemarchitektur ermöglicht eine flexible Anpassung an zukünftige Anforderungen.
Durch den ganzheitlichen Ansatz und die konsequente Integration aller Systeme entstand eine Lösung, die nicht nur aktuelle Anforderungen erfüllt, sondern auch langfristig Bestand hat. Für die SchapfenMühle bedeutet dies vor allem eines: maximale Sicherheit und Transparenz bei gleichzeitig hoher Effizienz – und damit eine Kennzeichnung, die dem eigenen Qualitätsanspruch in jeder Hinsicht gerecht wird.
Gerard Journeault von der Betriebsleitung betont: „Auch wenn Wirtschaftlichkeit und Effizienzsteigerung im Rahmen der Projektumsetzung wichtige Aspekte waren, ging es primär doch um die Einhaltung von gesetzlichen Anforderungen, insbesondere der sauberen und durchgehenden Rückverfolgbarkeit, die nur über eine einwandfreie Kennzeichnung gewährleistet werden kann.“
Diesen Artikel finden Sie in LT 7-8/2026 auf den Seiten 30 und 31.
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