© Mareike Bähnisch
Sensorik im hygienischen Prozessumfeld: Auf dem EHEDG World Congress geht es unter anderem um Anlagenkomponenten und Lösungen für eine sichere Lebensmittelproduktion.

EHEDG-KONGRESS KOMMT NACH WIEN

Der EHEDG World Congress findet am 7. und 8. Oktober 2026 in Wien statt. Im Mittelpunkt stehen Lebensmittelsicherheit, Hygienic Design und die Optimierung hygienischer Produktionsprozesse. Mehr als 400 Teilnehmer sowie über 50 Plenarsprecher und Fachsessions sollen aktuelle Entwicklungen, praktische Anwendungen und neue Forschungsergebnisse zusammenführen.

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Unter dem Leitthema "Ensuring Food Safety and Optimising Hygienic Production" veranstaltet die European Hygienic Engineering & Design Group am 7. und 8. Oktober 2026 ihren World Congress in Wien. Veranstaltungsort ist das Austria Center Vienna. Die EHEDG kündigt für die beiden Kongresstage mehr als 50 Plenarvorträge und Breakout-Sessions an.

Der Kongress bringt Fachleute aus Lebensmittelproduktion, Anlagenbau, Zulieferindustrie, Forschung und Hygienic Design zusammen. Neben Expertenvorträgen stehen Praxisberichte, wissenschaftliche Beiträge, Posterpräsentationen und der Austausch zwischen den Teilnehmern auf dem Programm. Als zentrale Themenfelder nennt die EHEDG Anlagen und Komponenten, Produktionsinfrastruktur, Werkstoffe, Mikrobiologie, Reinigung, Nachhaltigkeit sowie Verifizierung und Validierung. Damit deckt das Programm sowohl konstruktive Anforderungen an Maschinen und Produktionsstätten als auch Fragen der Reinigung, Risikobewertung und praktischen Umsetzung im Lebensmittelbetrieb ab.

Investitionen und Anlagenplanung

Der erste Kongresstag beginnt mit Beiträgen zur Bedeutung der Lebensmittelsicherheit bei Investitionen in Maschinen und Anlagen. Ein weiterer Vortrag befasst sich mit den grundlegenden Entscheidungen, die bei der hygienegerechten Gestaltung von Anlagen getroffen werden müssen. Dabei wird auch die EHEDG-Leitlinie 8 zum Hygienic Design von Apparaten und Anlagen aufgegriffen.

In den anschließenden parallelen Fachsessions geht es unter anderem um hygienegerechte Gebäudeplanung und die Durchführung von Bau-, Installations- und Demontagearbeiten während der laufenden Lebensmittelproduktion. Weitere Beiträge behandeln die hygienische Konstruktion einzelner Komponenten sowie den Einsatz von Daten zur Erkennung und Bewertung verborgener Risiken für die Lebensmittelsicherheit.

Eine Diskussionsrunde widmet sich der Frage, welchen Beitrag Audits zur Überprüfung der Wirksamkeit von Hygienic Design leisten können. Im Mittelpunkt steht dabei dessen Bedeutung als Voraussetzung für funktionierende HACCP-Systeme. An der Runde sollen Vertreter unter anderem von IFS, FSSC, SGS und Ferrero teilnehmen.

Darüber hinaus ist ein Praxisvortrag dazu angekündigt, wie sich Hygienic Design tatsächlich in Lebensmittelbetrieben umsetzen lässt. Das Programm verbindet damit normative und planerische Grundlagen mit konkreten Erfahrungen aus der industriellen Praxis.

Biofilme und Reinigungsrisiken

Am Nachmittag des ersten Veranstaltungstages rücken mikrobiologische und reinigungstechnische Fragen in den Vordergrund. Ein Vortrag der Universität für Bodenkultur Wien beschäftigt sich mit Biofilmen in der Lebensmittelverarbeitung, ihrer Beständigkeit, ihrer Entfernung und der Validierung geeigneter Maßnahmen.

Ein weiterer Beitrag betrachtet Hygienic Design und Reinigung unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten. Dabei soll es darum gehen, Risiken nicht allein über einen absoluten Null-Toleranz-Ansatz zu bewerten, sondern Investitionen in Gestaltung und Reinigung auch mit Produktrückrufen, möglichen Schäden und dem wirtschaftlichen Nutzen geeigneter Maßnahmen in Beziehung zu setzen.

Der erste Kongresstag endet mit einem gemeinsamen Kongressabend. Nach dem derzeit veröffentlichten Programm ist dafür ein Dinner im Palais Ferstel vorgesehen. Da das gesamte Kongressprogramm noch als vorläufig gekennzeichnet ist, können sich einzelne Vorträge, Zeiten und Veranstaltungsorte noch ändern.

Erfahrungen aus der Produktion

Am zweiten Veranstaltungstag stehen mehrere konkrete Anwendungsbeispiele im Mittelpunkt. Agristo berichtet über die Umsetzung von Hygienic Design bei der Entwicklung eines neuen Produktionsstandorts. Der Beitrag soll zeigen, wie hygienegerechte Gestaltung mit der Produktivität eines Lebensmittelbetriebs verbunden werden kann.

Ein weiterer Vortrag der TU Dresden befasst sich mit innovativen Spülverfahren für komplexe Komponenten in der Schokoladenverarbeitung. Grundlage sind experimentelle Untersuchungen, mit denen sich die Reinigbarkeit entsprechender Bauteile bewerten lässt.

Das Programm greift die Schokoladenproduktion außerdem in einer eigenen Fachsession auf. Dort soll unter anderem eine neue EHEDG-Leitlinie für diesen Anwendungsbereich vorgestellt werden.

CIP, trockene Produkte und Wasser

Parallel dazu sind Fachsessions zum Hygienic Design bei der Verarbeitung trockener Produkte, zu Herausforderungen und Lösungen bei CIP-Systemen sowie zum Zusammenspiel von Anlagen, Wasser und hygienegerechter Konstruktion vorgesehen.

Ein Programmpunkt beschäftigt sich ausdrücklich mit den Anforderungen an die hygienegerechte Gestaltung von CIP-Anlagen. Weitere Beiträge sollen anwendungsspezifische Fragestellungen aus der Verarbeitung und Reinigung aufgreifen. Damit richtet sich der Kongress sowohl an Planer und Anlagenbauer als auch an Verantwortliche für Produktion, Qualitätssicherung und Betriebshygiene.

Forum für den Forschungsnachwuchs

Begleitend zum Vortragsprogramm veranstaltet die EHEDG Poster-Sessions für Studierende und Forschende aus der Lebensmitteltechnologie. Die Teilnehmer erhalten Gelegenheit, ihre Arbeiten vorzustellen und mit den erwarteten mehr als 300 Kongressbesuchern zu diskutieren.

Abstracts und Poster können bis zum 28. August 2026 eingereicht werden. Bis zum 11. September sollen die Begutachtung abgeschlossen und die Teilnehmer über die Annahme ihrer Beiträge informiert werden.

Für die drei bestbewerteten Poster sind Preisgelder von 2.000, 1.000 und 500 Euro vorgesehen. Zusätzlich wird ein mit 500 Euro dotierter Publikumspreis vergeben. Studierende können nach Angaben der EHEDG bei Vorlage eines entsprechenden Nachweises kostenlos am Kongress teilnehmen.

Die ausgewählten wissenschaftlichen Beiträge sollen außerdem in einem offiziellen Abstractband mit eigener ISBN veröffentlicht werden. Allen Teilnehmern des Posterprogramms stellt die EHEDG ein digitales Teilnahmezertifikat zur Verfügung.

Neben den Vorträgen und Posterpräsentationen sind geführte Besuche bei den Sponsoren sowie verschiedene Gelegenheiten zum fachlichen Austausch vorgesehen. Der EHEDG World Congress verbindet damit wissenschaftliche Erkenntnisse, technische Lösungen und Erfahrungen aus der betrieblichen Umsetzung von Hygienic Design.


Anmeldung zum Kongress

Die Anmeldung zum EHEDG World Congress 2026 erfolgt online. Die Teilnahme kostet für EHEDG-Mitglieder 759 Euro, für Nichtmitglieder 979 Euro, jeweils zuzüglich 20 Prozent Mehrwertsteuer. Im Preis enthalten sind der Zutritt zu beiden Kongresstagen, die Veranstaltungsunterlagen, Speisen und Getränke während des Tages sowie das Kongressdinner. Für Posterbeiträge wird eine Gebühr von 199 Euro erhoben. Zudem können angemeldete Teilnehmer einen Kollegen oder eine Kollegin des Jahrgangs 1989 oder jünger für 89 Euro mitbringen. Vollzeitstudierende aus einschlägigen Studiengängen können sich wegen einer Sonderregelung direkt an die EHEDG wenden.

Anmeldung und weitere Informationen:
https://www.ehedg.org/congress-2026/registrations/participant-registration-1


 

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