© NürnbergMesse/Frank Boxler
Verfahrenstechnische Lösungen stehen im Mittelpunkt des Ausstellungsspektrums der Powtech Technopharm in Nürnberg.

PULVER, PROZESSE, PERSPEKTIVEN

Vom 29. September bis 1. Oktober wird Nürnberg erneut zum Treffpunkt der internationalen Prozessindustrie. Für Lebensmittelhersteller bietet die Fachmesse Powtech Technopharm ein breites Spektrum an Lösungen für Zerkleinern, Sieben, Mischen, Fördern, Dosieren und Lagern – ergänzt um aktuelle Entwicklungen bei Automatisierung, Hygiene, Sicherheit und Ressourceneffizienz.

Seite 1/1 3 Minuten

Seite 1/1 3 Minuten

Pulver, Granulate und Schüttgüter gehören in vielen Bereichen der Lebensmittelproduktion zum Alltag – von Mehl, Zucker und Stärke über Gewürze, Milch- und Proteinpulver bis zu funktionellen Zutaten. Ihre sichere, hygienische und reproduzierbare Verarbeitung stellt hohe Anforderungen an Dosierung, Förderung, Mischung, Zerkleinerung, Siebung und Lagerung. Hier setzt die Powtech Technopharm an, die vom 29. September bis 1. Oktober im Messezentrum Nürnberg stattfindet. 

Die internationale Fachmesse versteht sich als Plattform für Technologien zur Verarbeitung von Pulvern, Feststoffen und Flüssigkeiten und deckt weite Teile der verfahrenstechnischen Wertschöpfungskette ab – vom Labor und der Rohstoffaufbereitung über Herstellung und Produktion bis zu Transport, Abfüllung, Verpackung, Analytik und Sicherheit. Die Messe erwartet rund 550 Aussteller und 10.000 Fachbesucher. Zu den adressierten Branchen gehören neben der Lebensmittel- und Futtermittelindustrie unter anderem Pharma, Chemie,
Kosmetik, Kunststoff, Umwelt und Recycling sowie der Maschinen- und Anlagenbau. Dieser branchenübergreifende Ansatz ist für die Lebensmitteltechnik relevant: Sensorik, automatisierte Prozessführung, Containment, Reinigungstechnik, energieeffiziente Antriebe oder digitale Zustandsüberwachung werden längst nicht mehr nur für einzelne Industrien entwickelt. Der Austausch zwischen den Prozessbranchen gehört deshalb ausdrücklich zum Konzept der Veranstaltung.

Automatisierung, Hygiene und Sicherheit

Besonders deutlich wird diese Entwicklung bei Automatisierung und Digitalisierung. Moderne Mess- und Analysesysteme sollen Prozesse kontinuierlich überwachen und die Grundlage für eine stärker automatisierte Prozesssteuerung schaffen. Im aktuellen Messeprogramm finden sich Themen wie Materialflussoptimierung, KI-gestützte Maschinendiagnostik und Prozessführung sowie energieeffiziente Produktion. Für Lebensmittelhersteller reichen die damit verbundenen Fragestellungen von gleichmäßiger Produktqualität und Anlagenverfügbarkeit bis zur automatisierten Dokumentation und Reinigung. In einem aktuellen Fachbeitrag der Messe werden für die Food-Industrie unter anderem hygienisches Design, automatisierte Dosierung, inlinefähige Sensorik, schonende Förderung, sichere Entstaubung, CIP-fähige Systeme und digital dokumentierte Reinigung als Bausteine stärker automatisierter Produktionskonzepte genannt.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Sicherheit. Gerade beim Handling brennbarer Stäube gehört der Explosionsschutz zu den zentralen Aufgaben in der Lebensmittel- und Futtermittelproduktion. Auf dem Freigelände sollen deshalb zweimal täglich Live-Demonstrationen zeigen, wie Staubexplosionen entstehen und mit welchen Schutzsystemen ihre Auswirkungen begrenzt werden können. Ergänzend widmet sich das Explosion Safety Forum am letzten Messetag praktischen Fragen des Explosionsschutzes, Standards und neuen Erkenntnissen aus groß angelegten Versuchen. Unter dem Motto "Clean Air – Smart Processing" greift zudem eine VDMA-Sonderschau die Verbindung von emissionsarmer Produktion und intelligent unterstützter Prozessführung auf.

Auch das begleitende Expert Forum in Halle 7 richtet sich mit mehreren Themenblöcken an Anwender aus der Lebensmittelproduktion. Neben Anlagenbau und Verfahrenstechnik, Analytik und Qualitätskontrolle sowie Smart Industry stehen Food Processing, Processing meets Packaging, Safety & Security, Nachhaltigkeit, Energieeffizienz und Recycling auf dem Programm. Für die Lebensmittelbranche kündigt der Veranstalter unter anderem Beiträge zur schonenden Lebensmittelaufbereitung an. Damit rücken neben der Maschinenleistung zunehmend Produktqualität, Ressourceneffizienz und der kontrollierte Umgang mit empfindlichen Rohstoffen in den Vordergrund.

Impulse aus benachbarten Prozessbranchen

Die Erweiterung um Technopharm verstärkt zugleich den Blick auf hochregulierte Produktionsumgebungen. Zwar richtet sich dieser Messeteil primär an die pharmazeutische Industrie, doch hygienegerechte Kon­struktion, sichere Produktführung, Containment, Reinigung, präzise Dosierung und lückenlose Prozessdokumentation sind auch für Lebensmittelhersteller relevant. Zusätzlich adressiert die Messe neue Anwendungsfelder wie hochwertige funktionelle Pulver und sogenannte Longe­vity-Produkte. Verfahren wie Sprühtrocknung, Mikroverkapselung, Granulation und schonende Trocknung zeigen, wie eng sich Fragestellungen aus Lebensmittel-, Zutaten- und Pharmaproduktion teilweise überschneiden.

Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft bilden einen weiteren Themenstrang. Mehr als die Hälfte der Aussteller bietet nach Angaben des Veranstalters Lösungen für Recyclingprozesse an; ein eigener Pavilion "Recycling-in-Focus" bündelt entsprechende Angebote. Für die Lebensmittelproduktion dürfte allerdings vor allem entscheidend sein, wie sich Energie- und Rohstoffeinsatz, Produktverluste, Staubemissionen und Reinigungsaufwand durch optimierte Prozesse reduzieren lassen. Die Powtech Technopharm positioniert sich damit weniger als reine Schüttgutmesse denn als branchenübergreifende Plattform für Prozessoperationen – und bietet Lebensmittelherstellern einen Überblick über Technik, die zwischen Rohstoffannahme, Verarbeitung, Qualitätskontrolle und Verpackung zunehmend enger zusammenspielt.


Wer die Veranstaltung in diesem Jahr kostenfrei besuchen möchte, kann sich dies über den Gutschein-Code PT26LTFOOD ermöglichen, der auf der Website www.powtech-technopharm.com im TicketShop einzulösen ist.


Diesen Artikel finden Sie in LT 9/2026 auf den Seiten 8 bis 13.

Ihr Weg zum Abo: Klicken Sie hier!

×