MULTIVAC BAUT ZUKUNFTSWERK
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Mit dem neuen Werk 2 erweitert die Multivac Group ihre Kapazitäten am Standort Wolfertschwenden im Allgäu. In rund zwei Jahren Bauzeit entstand nahe dem Stammwerk ein neuer Produktions- und Logistikkomplex mit einer Gesamtfläche von 27.500 Quadratmetern. Mitte Juli wurde das Werk im Rahmen eines Sommerfestes für die Allgäuer Belegschaft unter dem Motto "Hightech. Heimat. Herzblut." offiziell eingeweiht.
Das Investitionsvolumen beläuft sich auf rund 100 Millionen Euro. Davon entfielen nach Unternehmensangaben etwa 60 Millionen Euro auf Gebäude und Infrastruktur sowie weitere 40 Millionen Euro auf Technik, Produktionsprozesse und Automatisierungslösungen. Zum Standort gehören eine Fertigungshalle, ein Logistik- und Ersatzteilzentrum sowie Büroflächen, Sozialräume und eine Kantine. Nach dem Baubeginn Anfang 2024 nahm das 9.500 Quadratmeter große Logistikzentrum bereits im September 2025 den Betrieb auf. Die rund 18.000 Quadratmeter umfassende Fertigungshalle folgte im Februar 2026.
„Diese Investition ist nicht nur ein strategischer Schritt, um auf die Zukunft vorbereitet zu sein, sondern auch ein Bekenntnis zur Förderung und Weiterentwicklung des Wirtschaftsstandorts Allgäu“, sagt Dr. Christian Lau, Geschäftsführender Direktor und CTO der Multivac Group. Das Unternehmen sei seit jeher fest in der Region verwurzelt und sehe auch langfristig Potenzial am Standort.
Automatisierte Fertigung
Ein Schwerpunkt des neuen Werks liegt auf Slicing- und Automatisierungslösungen. Beide Bereiche zählen nach Angaben von Multivac zu den wichtigsten Wachstumsfeldern der Unternehmensgruppe. Die steigende Nachfrage nach integrierten Linienlösungen macht einen weiteren Ausbau der Produktionskapazitäten erforderlich. Große Teile des neuen Produktionsstandorts sind automatisiert. Vollautomatisierte Prozessketten übernehmen die Einlagerung, weite Bereiche der Fertigung und den Warenausgang. Fahrerlose Transportsysteme bewegen Materialien und Komponenten innerhalb des Werks. Industrieroboter beschicken unter anderem CNC-Bearbeitungsmaschinen.
Die durchgängige digitale Vernetzung soll manuelle Eingriffe reduzieren, Prozesse standardisieren und die Präzision erhöhen. Multivac erwartet davon kürzere Durchlaufzeiten, eine geringere Fehleranfälligkeit und mehr Transparenz entlang der Fertigungskette. Zugleich soll die Automatisierung helfen, auf den zunehmenden Arbeitskräftemangel zu reagieren.
Herzstück der Smart Factory ist ein One-Piece-Flow-Konzept für individuell gefertigte Bauteile in Losgröße 1. Eine eigens entwickelte Software ordnet jedem Rohmaterialzuschnitt ein bestimmtes Behältnis zu, das das Werkstück über den gesamten Wertstrom hinweg begleitet. Sämtliche Ortsveränderungen werden gescannt und im Extended Warehouse Management System erfasst. Damit lassen sich die Warenbewegungen innerhalb der Fertigung vollständig digital erfassen und kontrollieren. Jedem Rohmaterialzuschnitt ist ein bestimmtes Behältnis zugeordnet, das ihn über den gesamten Wertstrom begleitet.
Zentrale Ersatzteillogistik
Neben der Fertigung bildet das neue Logistikzentrum einen zweiten Schwerpunkt. Es dient als zentraler Knotenpunkt für die Ersatzteilversorgung der Unternehmensgruppe. Unter einem Dach werden dort Ersatzteile für Multivac und TVI gebündelt. Perspektivisch soll auch Fritsch in die zentrale Versorgung eingebunden werden.
Auf einer Logistikfläche von 9.500 Quadratmetern lagern zwischen 50.000 und 60.000 unterschiedliche Materialien. Das Spektrum reicht von Kleinteilen bis zu komplexen Maschinenkomponenten. Rund 10.000 Palettenstellplätze und 48.000 Behälter stehen für Lagerung und Kommissionierung zur Verfügung. Bestellungen, die bis 16 Uhr über den Webshop eingehen, sollen das Logistikzentrum noch am selben Tag verlassen. Dafür verbindet Multivac die zentrale Ersatzteilversorgung mit automatisierten und digital erfassten Logistikprozessen.
Auch bei der Energieversorgung setzt Multivac auf mehrere Technologien. Grundwasserkühlung, Geothermie, Bio-Fernwärme und eine firmeneigene Photovoltaikanlage ermöglichen nach Angaben des Unternehmens eine vollständig klimaneutrale Energieversorgung des neuen Werks.



