BIO-KOKOSÖL AUS AGROFORST-ANBAU
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Nutriswiss, Coop, HALBA, Pro Fair Trade AG, das Forschungsinstitut für biologischen Landbau FiBL und die Agroforst-Beratung Ecotop haben sich 2021 zu einem gemeinsamen Kokosöl-Projekt an der Elfenbeinküste zusammengeschlossen. Ziel ist eine transparente Lieferkette mit langfristig planbaren Absatzmengen, zertifizierten Anbaubedingungen und stabileren Einkommen für die beteiligten Kleinbetriebe. 2025 wurden erste Lieferungen des doppelt zertifizierten Kokosöls importiert und verarbeitet. Der Rohstoff ist Fairtrade- und EU-Bio-zertifiziert und stammt zum Teil aus Agroforst-Parzellen. Im vergangenen Jahr kam zusätzlich die Bio-Knospe-Zertifizierung hinzu. Das von Nutriswiss veredelte Kokosöl soll künftig in Schokoladenprodukten von HALBA eingesetzt werden.
Mischkultur statt Monokultur
Im Mittelpunkt des Anbaukonzepts steht der sogenannte dynamische Agroforst. Bestehende Kokospalmen werden weiter gepflegt und durch Jungpflanzen ergänzt. Gleichzeitig wachsen auf den Flächen unter anderem Bananen, Mango und Kakao. Durch die Mischkultur soll sich ein vielfältigeres Ökosystem entwickeln. Die unterschiedlichen Pflanzenarten sollen sich gegenseitig ergänzen und zur Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit beitragen. Auf Rodung und klassische Monokultur wird im Projekt verzichtet. Nach Angaben der Projektpartner schafft dieses Anbaumodell zugleich bessere Voraussetzungen für eine langfristig stabile Rohstoffqualität.
Feste Abnahmemengen und Fairtrade-Prämie
Der Kooperative gehören derzeit mehr als 200 Kokosbäuerinnen und -bauern an. Feste Abnahmemengen durch die Schweizer Partner und ein Fairtrade-Mindestpreis, der über dem aktuellen Marktkurs liegt, sollen den Mitgliedern verlässlichere Einkommen ermöglichen.
Zusätzlich erhalten die Produzenten eine Fairtrade-Prämie. Diese kann für gemeinschaftliche Projekte vor Ort eingesetzt werden. „Kokosprodukte, insbesondere aber Kokosöle, gelten bei Coop als kritischer Rohstoff, weshalb die Beschaffung mit strengen Anforderungen verbunden ist“, sagt Aline Roth, Projektleiterin Nachhaltigkeit bei Coop. Bevorzugt werde Fairtrade-zertifizierte Ware beziehungsweise eine Kombination aus Fairtrade- und Bio-Zertifizierung, um ökologische und soziale Risiken im Anbau zu reduzieren.
Romina Suter, Projektleiterin Nachhaltigkeit bei HALBA, verweist darauf, dass Coop und HALBA die Lieferkette für das Kokosöl aus der Elfenbeinküste selbst aufgebaut haben und sich über die Zertifizierungen hinaus direkt im Projekt engagieren. Neu sei insbesondere, dass die Kokospalmen nicht mehr ausschließlich in Monokultur, sondern in Mischkultur angebaut werden.
Rückverfolgbar bis zum Ursprung
Ein Tracing-Tool soll die Rückverfolgbarkeit des Bio-Fairtrade-Kokosöls entlang der gesamten Wertschöpfungskette ermöglichen. Damit lässt sich der Rohstoff nach Angaben der Projektpartner von den einzelnen Kleinbetrieben bis zur Produktionsstätte des Endprodukts nachverfolgen.
Die Pressung des Kokosöls erfolgt bereits im Herkunftsland. Anschließend wird das frisch gepresste Öl direkt in verplombte Container gefüllt und verschifft. Damit soll die Qualität während Transport und Weiterverarbeitung abgesichert werden. „Kokosöl beziehungsweise Kokosfett ist in der Lebensmittelindustrie beliebt, unter anderem wegen seines günstigen Schmelzpunkts“, erklärt Pierre Nording, Leiter der Beschaffung bei Nutriswiss. Gleichzeitig gebe es große Qualitätsunterschiede und häufig Unsicherheiten über die Anbaubedingungen. Die enge Zusammenarbeit entlang der Lieferkette schaffe hier deutlich mehr Transparenz.
Mit dem Gemeinschaftsprojekt verbinden die beteiligten Unternehmen damit ökologische Anbaukonzepte, soziale Standards und eine möglichst lückenlose Rückverfolgbarkeit des Rohstoffs.
